Bayer Leverkusen hat einen schweren Rückschlag im Kampf um die Champions League erlitten. Die Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand unterlag beim direkten Konkurrenten VfB Stuttgart mit 1:3 und rutschte auf den sechsten Tabellenplatz ab. Damit ist die Qualifikation für die Königsklasse in weite Ferne gerückt. Die Werkself benötigt am letzten Spieltag ein kleines Wunder, um noch die Plätze für die Champions League zu erreichen.
Die Partie begann vielversprechend: Aleix Garcia erzielte bereits nach 32 Sekunden die Führung für Leverkusen. Doch danach brach die Mannschaft ein und zeigte eine enttäuschende Leistung. Mutlos, energielos und planlos – so beschreiben Beobachter den Auftritt der Rheinländer. Die Niederlage offenbarte einmal mehr die Schwächen, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Rückrunde ziehen.
Andrich übt scharfe Kritik
Kapitän Robert Andrich nahm nach dem Spiel kein Blatt vor den Mund. „Ich finde, es ist ein Sinnbild für die ganze Saison. Wenn wir ehrlich sind, reicht es einfach nicht für die Champions League“, polterte der Mittelfeldspieler bei DAZN. Er forderte eine ehrliche Analyse innerhalb des Vereins: „Das ist ein Aspekt, den wir uns alle eingestehen müssen, dass wir für gewisse Sachen nicht gut genug waren.“
Andrich betonte, dass die Mannschaft in entscheidenden Momenten nicht als Einheit zusammenstehe. „Sobald es eng wird, sobald es brenzlig wird, schaffen wir es nicht, als Mannschaft zusammenzustehen“, sagte er. Der 31-Jährige verwies die Verantwortung für die Kaderplanung an Trainer Hjulmand und die sportliche Leitung um Simon Rolfes und Fernando Carro.
Umbruch im Sommer 2025 gescheitert
Die Niederlage in Stuttgart macht deutlich: Der massive Umbruch im Sommer 2025 ist gescheitert. Millionenschwere Neuzugänge wie Malik Tillman, Loïc Badé, Eliesse Ben Seghir oder Ezequiel Fernández konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Hjulmand gelang es nicht, aus den Einzelteilen eine funktionierende Einheit zu formen. Die Mannschaft präsentierte sich über weite Strecken der Saison unberechenbar und anfällig.
Die Stimmung im Verein ist am Tiefpunkt. Leverkusen hat nun drei Punkte Rückstand auf Stuttgart und die TSG Hoffenheim. Nur wenn die Werkself ihr letztes Spiel gegen den Hamburger SV gewinnt und beide Konkurrenten patzen, könnte Leverkusen dank der besseren Tordifferenz noch an ihnen vorbeiziehen. Realistisch betrachtet ist dies jedoch unwahrscheinlich.
Trainerzukunft ungewiss
Hjulmands Zukunft bei Bayer Leverkusen ist mehr als fraglich. Obwohl er die Mannschaft nach der Übernahme von Erik ten Hag stabilisierte und in Richtung Europapokal führte, blieb der erhoffte Durchbruch aus. Die Europa League wäre gemessen an den hohen Erwartungen und dem Budget nur ein Trostpreis. Geschäftsführer Rolfes arbeitet bereits an einer Liste mit möglichen Nachfolgern.
Ein Kandidat, Fabian Hürzeler, hat sich für einen Verbleib bei Brighton & Hove Albion entschieden. Als Optionen gelten weiterhin Oliver Glasner von Crystal Palace und der vereinslose Filipe Luís. Die Entscheidung über den Trainer wird maßgeblich die Kaderplanung beeinflussen.
Kaderplanung vor neuen Herausforderungen
Leverkusen steht vor einem weiteren Umbruch. Die Abgänge von Leistungsträgern wie Alejandro Grimaldo und möglicherweise Tillman zeichnen sich ab. Zudem fehlt das Argument der Champions League, um Topspieler zu halten oder zu locken. Die Verantwortlichen müssen nun die richtigen Schlüsse ziehen, um den Klub wieder in die Spur zu bringen.
Die Fans hoffen auf eine schnelle Reaktion des Vereins. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Bayer Leverkusen aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und einen erneuten Neuaufbau erfolgreich gestalten kann.



