Kanada steht kurz davor, bei der deutschen ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) bis zu zwölf U-Boote zu bestellen. Der Auftrag hat ein geschätztes Volumen von rund 20 Milliarden Euro. Um diesen Megadeal zu sichern, hat die Bundesregierung eine gezielte Charmeoffensive gestartet – und einen besonderen Köder ausgelegt.
Hintergrund des Geschäfts
Die kanadische Regierung sucht dringend neue U-Boote, um ihre maritime Verteidigungsfähigkeit zu modernisieren. Die TKMS-Werft aus Kiel gilt als Favorit, da ihre Boote sowohl für die Arktis als auch für die warmen Gewässer des Pazifiks konzipiert sind. „Für die Arktis sowie für die Bedingungen der warmen Gewässer des Pazifiks konzipiert“, heißt es in einer Stellungnahme der US Navy, die sich auf die TKMS-Boote bezieht.
Rolle der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat den Deal aktiv vorangetrieben. Laut SPIEGEL-Informationen startete sie eine diplomatische Offensive, die unter anderem Gespräche auf höchster Ebene umfasste. Ein besonderer Köder: Deutschland bot Kanada eine enge Zusammenarbeit bei der Wartung und dem Betrieb der U-Boote an, was die langfristigen Kosten für Kanada senken soll.
Details des Deals
Der Vertrag umfasst die Lieferung von zunächst acht U-Booten mit einer Option auf vier weitere. Die ersten Boote sollen ab 2030 ausgeliefert werden. Die Gesamtinvestition von 20 Milliarden Euro beinhaltet auch die Ausbildung kanadischer Besatzungen und die Errichtung eines Wartungszentrums in Kanada. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) betonte: „Dieser Deal stärkt nicht nur die deutsch-kanadischen Beziehungen, sondern sichert auch tausende Arbeitsplätze in der deutschen Werftindustrie.“
Politische und wirtschaftliche Bedeutung
Der Megadeal ist ein wichtiger Erfolg für die deutsche Rüstungsindustrie. Er zeigt, dass deutsche Werften international wettbewerbsfähig sind. Zudem festigt er die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Kanada. Kritiker warnen jedoch vor möglichen Spannungen mit anderen NATO-Partnern, die ebenfalls U-Boote anbieten. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erklärte: „Wir haben uns in einem fairen Wettbewerb durchgesetzt. Das ist ein Zeichen für die Qualität deutscher Ingenieurskunst.“
Ausblick
Die endgültige Vertragsunterzeichnung wird noch in diesem Jahr erwartet. Die Bundesregierung wird den Deal weiterhin begleiten, um sicherzustellen, dass alle Zusagen eingehalten werden. Für TKMS bedeutet der Auftrag eine Auslastung der Werft für die nächsten zehn Jahre. Die deutschen Steuerzahler profitieren indirekt durch Steuereinnahmen und gesicherte Arbeitsplätze.



