Die englische Nationalmannschaft hat die Vorrunde der WM souverän überstanden – dank Harry Kane. Der 32-jährige Stürmer erzielte drei der sechs Treffer der „Three Lions“ und hatte maßgeblichen Anteil am Einzug ins Sechzehntelfinale, wo England am Mittwoch um 18 Uhr auf die DR Kongo trifft (ARD, Magenta TV).
Owen adelt Kanes Abschlussqualitäten
Michael Owen, der 89 Länderspiele für England bestritt und 40 Tore erzielte, würdigt Kane in einer Kolumne für die „Daily Mail“ als „besten Abschlussspieler im Weltfußball“. Owen schreibt: „Ich habe Lionel Messi und Kylian Mbappé beobachtet – Spieler, bei denen man vor Begeisterung aufspringt. Harry war nie dieser Typ, aber er ist zweifellos der beste Abschlussspieler. Ich bezeichne ihn ohne Zögern als den besten englischen Stürmer aller Zeiten.“
Kritik am Bayern-Wechsel
Doch Owen hat einen Kritikpunkt: Kanes Wechsel zum FC Bayern München im Jahr 2023 für 95 Millionen Euro. „Mein einziger Kritikpunkt an Harry ist sein Wechsel zu Bayern. Ich verstehe die Vorteile – und England wird das hoffentlich sehen. Seine Spielweise ist reif: Er lässt sich ins Mittelfeld fallen, leitet Angriffe ein und schließt sie selbst ab. Aber gemessen an seinem Niveau ist er eigentlich zu gut für die Bundesliga.“
Kane erzielte in der vergangenen Saison 61 Tore in 51 Pflichtspielen für die Münchner und gewann das Double. In der Champions League war im Halbfinale gegen den späteren Sieger Paris St-Germain Schluss.
Owen: Bundesliga-Niveau „sehr durchschnittlich“
Michael Owen zeigt sich von der Qualität der deutschen Liga nicht überzeugt: „Wegen Harry verfolge ich die Liga genauer. Abgesehen von den Bayern ist das Niveau dort sehr durchschnittlich. Woche für Woche spielt er in einer Mannschaft, die Ballbesitz und Spielgeschehen dominiert und sich Chance um Chance erspielt. Natürlich schießt er da Tore.“
Owen ist der Meinung, „dass es die größere Leistung gewesen wäre, der erfolgreichste Torschütze in der Geschichte der Premier League zu werden.“ Kane hatte bis zu seinem Wechsel 213 Tore für Tottenham erzielt; der Rekord liegt bei Alan Shearer mit 260 Toren.
Meistertitel ohne großen Wert
Die Meistertitel mit Bayern in der Bundesliga seien für Owen ohne größeren Wert: „Das definiert seine Größe nicht wirklich, denn die Bayern gewinnen diese Titel ohnehin fast immer. Hätten die Bayern die Champions League gewonnen, sähe die Sache vielleicht anders aus – aber das haben sie nicht.“



