Plug-in-Hybride: Umstrittene Spritfresser und die Subventionsfrage
Plug-in-Hybride: Spritfresser und Subventionsdebatte

Plug-in-Hybride: Die umstrittenen Spritfresser im Fokus

Plug-in-Hybride gelten als wahre Spritfresser, was viele bereits vermutet haben und nun durch eine aktuelle Studie des renommierten Fraunhofer-Instituts schwarz auf weiß bestätigt wird. Die Fahrzeuge, die eine Kombination aus Elektromotor und Verbrennungsmotor nutzen, verbrauchen im Durchschnitt das Vierfache des von den Herstellern angegebenen Normverbrauchs. Diese Erkenntnis lässt Autofahrer und Klimaschützer gleichermaßen verärgert zurück, manche sprechen sogar von einer regelrechten Mogelpackung.

Gründe für den hohen Verbrauch

Bei genauerer Betrachtung überrascht der exorbitante Verbrauch der Hybridfahrzeuge allerdings nicht mehr so sehr. Zum einen weisen sie ein deutlich höheres Gewicht auf als reine Elektroautos oder klassische Verbrenner, da schließlich zwei Motoren unter der Haube stecken. Zum anderen müssen die Herstellerangaben als weitestgehend realitätsfremd bezeichnet werden, da die zugrunde liegenden Annahmen wenig mit dem tatsächlichen Fahrverhalten im Alltag zu tun haben.

Fast jeder kennt die Geschichten von Hybrid-Fahrern, die ausschließlich mit Benzin unterwegs sind und das Ladekabel ihres Fahrzeugs noch nie benutzt haben. Doch selbst ohne einen solchen Frevel bleibt eine hohe Diskrepanz zwischen den Laborwerten und dem realen Verbrauch bestehen, was die Glaubwürdigkeit der Angaben weiter untergräbt.

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Die Subventionsfrage im Mittelpunkt

Jetzt müssen Hybridfahrzeuge keineswegs generell verteufelt werden, denn sie verfügen durchaus über wesentliche Vorteile, etwa in puncto Reichweite oder Flexibilität. Trotzdem drängt sich die Frage auf: Sollte man diese Autos tatsächlich mit Steuergeldern fördern, wie es aktuell über die neue E-Auto-Prämie geschieht? Aus rein umweltpolitischer Perspektive spricht wenig dafür, während aus industriepolitischer Sicht mehr Argumente existieren, insbesondere wenn es darum geht, deutschen Herstellern etwas Gutes zu tun.

Denn deutsche Automobilhersteller verfügen vor allem über eine große Kompetenz bei Verbrennern und Hybriden, was die Subventionierung dieser Fahrzeugklasse aus nationaler Sicht attraktiv erscheinen lässt. Doch gerade vor diesem Hintergrund stellt sich eine grundlegend andere Frage: Ergibt eine solch großzügige Förderung von Fahrzeugen überhaupt Sinn?

Kritik an der Subventionspolitik

Die aktuelle Subventionspraxis geht nicht nur massiv auf Kosten der Steuerzahler – unabhängig davon, ob diese ein E-Auto, einen Verbrenner fahren oder die Bahn nutzen –, sie hilft insbesondere auch den internationalen Konkurrenten der deutschen Hersteller. Anstatt mit teuren Einmalsubventionen für einzelne Produkte zu arbeiten, sollte die Politik besser den inländischen Betrieben helfen, und zwar durch verbesserte Standortbedingungen.

Dazu zählen vor allem günstigere Steuern und Abgaben, eine Reduzierung der Bürokratie sowie niedrigere Energiekosten. Dauerhaft günstiger Strom würde im Übrigen auch den E-Auto-Fahrern helfen – vermutlich sogar mehr als eine einmalige Prämie, die nur kurzfristige Anreize setzt. Eine nachhaltige und zielgerichtete Industriepolitik wäre somit langfristig effektiver als punktuelle Förderungen, die oft das Falsche bewirken.

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