Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Absatzrückgang verzeichnet. Mit insgesamt 122.306 Fahrzeugen lieferte die Volkswagen-Tochter 16 Prozent weniger aus als im Vorjahreszeitraum. Besonders stark fiel der Einbruch in China aus, wo lediglich 14.501 Fahrzeuge verkauft wurden – ein Minus von einem Drittel. Damit liegt der Absatz in der Volksrepublik sogar unter dem deutschen Niveau.
China-Krise belastet Porsche massiv
Porsche begründete den Rückgang mit dem „weiterhin herausfordernden Marktumfeld“ und einem „Fokus auf einen wertorientierten Absatz“. Das Unternehmen steckt in China seit längerem in der Krise und hat insbesondere bei Elektrofahrzeugen den Anschluss an die einheimische Konkurrenz verloren. Zudem dämpft die anhaltende Immobilienkrise die Kauflaune wohlhabender Chinesen, die teure Neuwagen meiden. Für das Gesamtjahr rechnet Porsche mit einem China-Absatz von rund 30.000 Fahrzeugen, ein Viertel weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: 2021 wurden in China noch fast 100.000 Fahrzeuge ausgeliefert.
Rückgänge in allen Märkten
Auch in anderen Regionen lief es für Porsche nicht rund. In Nordamerika sank der Absatz um 13 Prozent, in Deutschland um sechs Prozent, im restlichen Europa um 14 Prozent und in der übrigen Welt um 18 Prozent. Letzteres sei laut Porsche auf den Iran-Krieg zurückzuführen, der die Nachfrage wohlhabender Käufer im Nahen Osten dämpfe.
Vertriebschef Matthias Becker sagte, der Absatz habe unter dem Vorjahresniveau gelegen, aber im Bereich der Erwartungen. Hoffnungen setze das Unternehmen nun auf den elektrischen Cayenne, der seit Juni nach und nach eingeführt werde.
Lichtblick: 911er legt zu
Ein positiver Ausreißer in den Zahlen ist die Sportwagenikone 911, deren Absatz um 19 Prozent auf knapp 31.000 Fahrzeuge stieg. Dies zeigt, dass die Kernmarke weiterhin gefragt ist, während das Gesamtgeschäft unter Druck steht.
Sparprogramm und Stellenabbau geplant
Porsche-Chef Michael Leiters verhandelt derzeit mit dem Betriebsrat über ein weiteres Sparprogramm, bei dem eine vierstellige Zahl von Stellen wegfallen dürfte. Er kündigte an, beim Fahrzeugportfolio den Rotstift anzusetzen und die Entwicklung grundsätzlich zu überdenken. Details will Leiters bei einem Kapitalmarkttag im Herbst vorstellen.



