Niklas Süle, ehemaliger Spieler des FC Bayern und aktuell bei Borussia Dortmund, beendet im Sommer seine Karriere – im Alter von erst 30 Jahren. Die Entscheidung ist wohlüberlegt, wie er im Podcast „Spielmacher“ von 360Media verkündete. Der Abwehrspieler sprach dort ausführlich über seine Beweggründe, seine Karriere und seine Laster.
Das letzte Heimspiel gegen Frankfurt
Am Freitag (20.30 Uhr/Sky) steht gegen Eintracht Frankfurt sein letztes Heimspiel in Dortmund als Profi an. Seine Frau Melissa und die beiden Söhne werden ebenfalls dabei sein. Trainer Niko Kovac wird Süle voraussichtlich einige Minuten Einsatzzeit gewähren, sofern nichts schiefläuft. Es wäre dann sein 300. Einsatz in der Bundesliga.
Erfolge und Titel
Süle gewann mit dem FC Bayern die Champions League, wurde fünfmal Meister und zweimal DFB-Pokalsieger. Zudem war er als deutscher Nationalspieler bei zwei Weltmeisterschaften und einer Europameisterschaft dabei. „Überragend“ sei seine Karriere, sagte Süle. Jetzt freue er sich „unfassbar auf diese Zeit“, die nun kommt. Der Fußball habe ihm großes Glück ermöglicht: „Ich kann machen, was ich will.“
Tricks bei Jupp Heynckes
Kreativ war Süle immer, schon zu Zeiten beim FC Bayern. Weil Jupp Heynckes, der in der Saison 2017/18 Süle bei den Münchnern trainierte, seine Spieler am Donnerstag zum Wiegen bat, habe Süle den gesamten Mittwoch über nichts gegessen und sich schließlich mit Regenjacke in die Sauna gesetzt. „Am nächsten Morgen hatte ich dann zweieinhalb Kilo weniger, und die anderen sechs Tage habe ich gelebt wie ein … Ich will es gar nicht sagen“, erzählte er lächelnd.
Karriereverlauf und Entscheidung
Süle hatte bei der TSG Hoffenheim den Sprung zu den Profis geschafft, wechselte dann 2017 zu Bayern München und spielt seit Sommer 2022 in Dortmund. Sein Vertrag läuft nun aus. Beim BVB hatte er einen sehr starken Start hingelegt, doch dann baute er deutlich ab. Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton sind gesetzt, und bedingt durch Verletzungen kam Süle in dieser Bundesligasaison nur zehnmal zum Einsatz.
„Ich glaube schon, dass ich von der Qualität weiterhin Fußball spielen könnte“, sagte Süle. „Da bin ich ganz fest von überzeugt. Von der Birne wird es schwieriger, das muss man wirklich sagen.“ Trotz aller Erfolge habe er hin und wieder vielleicht ein bisschen Pech und negative Gedanken gehabt oder einfach ein bisschen zu wenig gemacht.
Abschied und Zukunft
Mit erst 30 Jahren beendet Süle seine Karriere. Das Klischee eines Sportlers mit Faible für Fastfood bediente er in seinem letzten großen Interview nur allzu gern: „Ich habe Hunger“, sagte er lächelnd, holte eine Papiertüte hervor und biss in seinen Cheeseburger. Ab Sommer kann er das ohne sportliche Konsequenzen tun. Süle hofft auf einen schönen Abschied im Heimspiel gegen Frankfurt und blickt dankbar auf seine Karriere zurück.



