Günther Steiner (61) ist seit dieser Saison CEO des Tech3-Teams in der MotoGP. Der ehemalige Haas-Teamchef, der durch die Netflix-Serie „Drive to Survive“ zum Star wurde, erlebt am Sonntag (14 Uhr) auf dem Sachsenring sein elftes MotoGP-Rennen. Für den Südtiroler ist es eine Premiere: Er war noch nie auf der Kultrennstrecke im Osten Deutschlands. „Mir wurde aber erzählt, dass die Atmosphäre außergewöhnlich sein soll und immer unglaublich viele Fans kommen“, sagte Steiner zu BILD.
Steiner über seine neue Rolle in der MotoGP
Seit dieser Saison ist Steiner Miteigentümer des Tech3-Rennstalls. „Es war bisher eine tolle Erfahrung. Die MotoGP ist ein großartiger Sport, ich lerne jeden Tag dazu. Wer die Rennen verfolgt, sieht: Es ist fast immer Spannung drin. Genau das wollen die Fans“, so Steiner. Die Motorrad-WM gastiert seit 1998 ununterbrochen auf dem Sachsenring – nur 2020 fiel das Rennen wegen der Corona-Pandemie aus.
Warum Deutschland kein Formel-1-Rennen mehr hat
Während die MotoGP regelmäßig in Deutschland fährt, wartet die Formel 1 seit sechs Jahren auf ein Rennen hierzulande. Der letzte Grand Prix fand 2020 auf dem Nürburgring statt. Steiner sieht mehrere Gründe für das Fehlen: „Industrie und Politik müssten gemeinsam dahinterstehen. Ein Grand Prix kostet viel Geld. Aber wenn man ihn professionell organisiert, kann man damit auch Geld verdienen. Man braucht Menschen mit Begeisterung, die das Projekt wirklich vorantreiben. Im Moment sehe ich allerdings niemanden, der diese Verantwortung übernehmen will.“
Auf die Frage, ob die Formel 1 nie wieder nach Deutschland kommen könnte, macht Steiner Hoffnung: „Die Politik müsste das Projekt unterstützen, genauso wie die deutsche Autoindustrie. Für Unternehmen wie Mercedes oder Audi wären solche Summen durchaus darstellbar.“ Er betont jedoch: „Das eigentliche Problem ist, dass viele sofort Diskussionen über Motorsport, Umwelt oder andere Themen fürchten. Es fehlt jemand, der einfach sagt: ‚Wir machen das jetzt.‘“
Vorbild ADAC bei der MotoGP
Steiner verweist auf den ADAC, der die MotoGP in Deutschland organisiert und damit erfolgreich ist. „So wie der ADAC bei der MotoGP – das wäre auch für die Formel 1 möglich“, sagte er. Derzeit gibt es jedoch keine konkreten Pläne für ein Comeback der Königsklasse des Motorsports in Deutschland.



