Der US-Elektroautobauer Tesla plant, mehr als 1.500 neue Mitarbeiter für die Batteriezellfertigung in Grünheide bei Berlin einzustellen. Dafür sollen knapp 250 Millionen US-Dollar (über 210 Millionen Euro) investiert werden, um die jährliche Produktion von 18 Gigawattstunden Batteriezellen zu ermöglichen. Dies gab das Unternehmen bekannt.
Produktionssteigerung und Trendwende
Bereits im April hatte Tesla angekündigt, bis Ende Juni rund 1.000 neue Mitarbeiter in seinem einzigen europäischen Autowerk einstellen zu wollen. Grund dafür war die gestiegene Nachfrage, die eine Steigerung der Produktion um ein Fünftel auf etwa 6.000 Fahrzeuge pro Woche erforderte. Nach einem Rückgang der Produktions- und Zulassungszahlen sieht Tesla nun eine Trendwende.
Einzigartiges Konzept: Alles aus einer Hand
Tesla verfolgt das Ziel, ab voraussichtlich 2027 am Standort Grünheide die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken – von der Batteriezelle bis zum fertigen Elektrofahrzeug. „Das ist einzigartig in Europa“, betonte das Unternehmen. Diese Strategie soll Tesla widerstandsfähiger machen. Für den Hochlauf der Batteriezellfertigung werden zusätzliche Arbeitskräfte benötigt, wobei der Personalbedarf bei über 1.500 Mitarbeitern liegt. Ein Sprecher erklärte auf Nachfrage, dass dies mittelfristig umgesetzt werden soll. Die „Märkische Allgemeine“ berichtete, dass bis zum Jahresende 350 neue Stellen im Batteriewerk entstehen sollen.
Aktueller Stand und Ausbaupläne
Derzeit werden in Brandenburg nur Batteriekomponenten produziert; die Zellen kommen aus den USA. Europa hinkt bei der Fertigung von Batteriezellen für E-Autos hinterher, insbesondere im Vergleich zu Asien. Tesla-Chef Elon Musk hatte bereits 2020 angekündigt, das Werk bei Berlin zur weltgrößten Batteriefabrik auszubauen. Im Dezember kündigte Tesla an, ab 2027 bis zu acht Gigawattstunden Batteriezellen pro Jahr zu produzieren. Eine Gigawattstunde entspricht einer Million Kilowattstunden – ein Tesla Model Y Standard verbraucht 13,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.
Bisherige Ziele und Beschäftigtenentwicklung
Die Gigafactory Berlin-Brandenburg wurde vor rund vier Jahren eröffnet. Ursprünglich strebte Tesla in einer ersten Phase eine Jahresproduktion von 500.000 Autos an, die später auf eine Million verdoppelt werden sollte. Mit 6.000 Fahrzeugen pro Woche wären rechnerisch 300.000 Fahrzeuge pro Jahr möglich. Vor etwas mehr als zwei Jahren arbeiteten rund 12.400 Menschen in der Fabrik. Diese Zahl sank jedoch um 1.700 auf zuletzt 10.700 Beschäftigte. Tesla plant zudem, etwa 500 Leiharbeitnehmer im Laufe des Jahres in feste Arbeitsverhältnisse zu übernehmen.



