Tour de France: UCI verteidigt nächtliche Dopingkontrollen
UCI verteidigt nächtliche Dopingkontrollen bei Tour

Der Radsport-Weltverband UCI hat die umstrittenen nächtlichen Dopingkontrollen von Rennfahrern bei der Tour de France verteidigt. In einer Stellungnahme betonte die Organisation, dass diese Kontrollen einem übergeordneten Interesse dienten: dem Kampf gegen Doping. „Obwohl sich die UCI der Belastung für die Fahrer bewusst ist, unterstreicht sie dennoch, dass diese Kontrollen einem übergeordneten Interesse dienen: dem Kampf gegen Doping“, teilte die UCI mit. Der Kampf gegen Doping habe absolute Priorität.

Nächtliche Tests als Ausnahmefall

Die UCI räumte ein, „dass nächtliche Dopingkontrollen die Erholung der Fahrer beeinträchtigen können“. Gleichzeitig betonte der Verband, dass solche Kontrollen außerhalb der regulären Trainingszeiten eine Ausnahme darstellten und nur in „begrenzten und gerechtfertigten Fällen“ angewendet würden. Die UCI unterstütze die International Testing Agency (ITA) „uneingeschränkt bei der Nutzung aller ihr zur Verfügung stehenden Mittel zur bestmöglichen Erfüllung ihrer Aufgabe“.

Gerichtliche Genehmigung und erste Anwendung

Die nächtlichen Kontrollen wurden von der ITA durchgeführt und durch ein Gericht in Paris genehmigt, wie die französische Sportzeitung „L'Equipe“ berichtete. Es handele sich um die erste Anwendung der 2015 in französisches Recht eingeführten Bestimmungen. Diese ermöglichen Dopingkontrollen auch zu ungewöhnlichen Zeiten, wenn ein konkreter Verdacht besteht.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Betroffene Fahrer und Kritik

Vor dem Sturz-Aus von Florian Lipowitz am Dienstag gab es am Vorabend gegen 22.00 Uhr Dopingkontrollen im gesamten Red-Bull-Team. Der Gesamtführende Tadej Pogacar war vor der anstrengenden 15. Etappe am Sonntag um 5.00 Uhr morgens kontrolliert worden. Auch Jonas Vingegaard hatte zuvor um 2.00 Uhr morgens Besuch bekommen; auf der folgenden Etappe stürzte er und musste vom Rad steigen.

Das Vorgehen stieß auf breite Kritik. Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel bezeichnete die nächtlichen Tests als „unmenschlich“ und als „Schande“. Die internationale Vereinigung der Radprofis (CPA) forderte eine Reform der Testpraxis. Die Fahrervertretung argumentiert, dass die unangekündigten Kontrollen in der Nacht die Erholung und Leistungsfähigkeit der Athleten beeinträchtigen.

Auswirkungen auf den Wettbewerb

Die Kontroversen um die Dopingtests werfen Fragen nach der Balance zwischen Anti-Doping-Maßnahmen und dem Wohlbefinden der Fahrer auf. Während die UCI die Notwendigkeit betont, Doping zu bekämpfen, sehen Kritiker die nächtlichen Kontrollen als unverhältnismäßigen Eingriff. Die Diskussion dürfte auch in den kommenden Tagen anhalten, insbesondere nach den Stürzen von Vingegaard und Lipowitz, die möglicherweise mit den nächtlichen Tests in Verbindung gebracht werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration