VW-Betriebsratschefin fordert stärkere Kontrolle über Audi und Porsche
VW-Betriebsratschefin will Töchter an kurze Leine nehmen

VW-Betriebsratschefin will Töchter an die kurze Leine nehmen

Bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg hat VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo deutliche Worte gefunden. Sie forderte den Konzernvorstand auf, Töchter wie Audi und Porsche stärker zu kontrollieren und an die kürzere Leine zu nehmen. „Wolfsburg muss wieder stärker Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Konzernverbund sein“, betonte Cavallo laut Redemanuskript, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Kritik an mangelnder Disziplin und Marken-Egoismen

Die Betriebsratschefin übte scharfe Kritik an der aktuellen Situation. „Im Moment ist das oft Kraut und Rüben“, sagte sie und fügte hinzu: „Es mangelt an Disziplin!“ Sie rief die Konzernspitze um Oliver Blume dazu auf, Machtworte zu sprechen, um sogenannte Marken-Egoismen einzufangen. Nur durch klare Vorgaben und den nötigen Durchgriff aus dem Konzernvorstand ließen sich Synergien im Unternehmen optimal nutzen.

„Alleingänge einzelner Marken können wir uns schlicht nicht mehr leisten“, so Cavallo weiter. Sie betonte die Notwendigkeit gemeinsamer Ziele und einer stärkeren zentralen Steuerung aus Wolfsburg heraus. Diese Forderungen zielen darauf ab, die Effizienz und Zusammenarbeit innerhalb des Volkswagen-Konzerns zu verbessern.

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Ausblick auf den elektrischen Golf 9

Erstmals präsentiert wurde auf der Betriebsversammlung die Silhouette des künftigen Elektro-Golf 9. Als schwarz-weißer Umriss auf einer Großbildleinwand zeigte das Seitenprofil eine starke Ähnlichkeit zum derzeitigen Golf 8. Volkswagen plant, die Produktion des aktuellen Modells im Jahr 2027 nach Mexiko zu verlagern.

Dieser Schritt soll in Wolfsburg Platz schaffen für den notwendigen Umbau der Produktionsanlagen auf Elektromodelle. Ende des Jahrzehnts soll dann im Stammwerk der vollelektrische Nachfolger des Golf anlaufen. Daniela Cavallo unterstrich, dass der Golf auch in der neunten Generation ein Wolfsburger Produkt bleiben wird.

Offene Fragen zur Anerkennungsprämie

Noch keine Entscheidung gibt es nach Aussage Cavallos über die von ihr geforderte Anerkennungsprämie für alle Tarifbeschäftigten bei Volkswagen. Der Vorstand werde darüber erst nach der anstehenden Betriebsratswahl entscheiden, die in der kommenden Woche stattfindet.

Hintergrund dieser Forderung ist die überraschend gute Kassenlage, die der Konzern im Januar gemeldet hatte. Cavallo hatte daraufhin gefordert, die Belegschaft an den sechs Milliarden Euro Cashflow zu beteiligen. Diese Prämie soll als Anerkennung für die Mitarbeiterleistungen dienen und bleibt vorerst ein ungelöstes Thema.

Die Betriebsversammlung in Wolfsburg hat somit mehrere wichtige Themen für die Zukunft des Volkswagen-Konzerns aufgezeigt. Von der stärkeren Kontrolle der Töchter über die Einführung neuer Elektromodelle bis hin zu finanziellen Anerkennungen für die Belegschaft – die Weichenstellungen der kommenden Monate werden entscheidend sein für die weitere Entwicklung des Automobilriesen.

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