Volkswagen in der Krise: Gewinn 2025 um fast 50 Prozent eingebrochen
VW-Gewinn 2025 um fast 50 Prozent eingebrochen

Volkswagen in der Krise: Gewinn 2025 um fast 50 Prozent eingebrochen

Europas größter Autohersteller Volkswagen kämpft mit massiven wirtschaftlichen Problemen. Neue Zahlen für das Jahr 2025 zeigen einen dramatischen Gewinneinbruch, der auch Konsequenzen für Konzernchef Oliver Blume hat.

Dramatische Zahlen für den VW-Konzern

Der Volkswagen-Konzern musste am Dienstag mitteilen, dass sein Gewinn im vergangenen Jahr um fast die Hälfte eingebrochen ist. Das Konzernergebnis nach Steuern sank um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf nur noch 6,9 Milliarden Euro im Jahr 2025. Auch der Umsatz verzeichnete einen leichten Rückgang um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro. Die Dividende soll mit 5,26 Euro je Vorzugsaktie 17 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen.

Porsche-Probleme und US-Zölle als Hauptbelastungen

Im Schlussquartal lief es für die Wolfsburger zwar besser als in den ersten neun Monaten des Jahres, doch die Gesamtbilanz bleibt alarmierend. Im dritten Quartal hatte VW sogar mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung waren massive Belastungen beim Tochterunternehmen Porsche aufgrund des Strategieschwenks zur Verbrennerverlängerung. Hinzu kamen milliardenschwere Kosten infolge der US-Zölle.

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Finanzchef Arno Antlitz erklärte, das Jahr 2025 sei von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität geprägt gewesen. Zwar zeige die Restrukturierung bei dem Unternehmen Fortschritte und der Netto-Cashflow sei besser ausgefallen als erwartet. Dennoch betonte Antlitz: "Das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung reicht aber langfristig nicht aus."

Absatzrückgänge in wichtigen Märkten

Bei den Verkäufen musste Volkswagen ebenfalls einen Rückgang verzeichnen und fiel 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen Fahrzeugen. Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus, das sind 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die regionalen Unterschiede sind dabei bemerkenswert:

  • In Europa legte der Konzern um fünf Prozent zu
  • In Südamerika sogar um zehn Prozent
  • In China jedoch sanken die Verkäufe um sechs Prozent
  • In Nordamerika verzeichnete VW einen Rückgang von zwölf Prozent

Besonders die Markengruppe Progressive, zu der neben Audi auch Lamborghini, Bentley und Ducati gehören, hatte 2025 erhebliche Probleme. Dort sank der operative Gewinn um 13,6 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Bei Porsche waren es mit 100 Millionen Euro Gewinn gerade noch schwarze Zahlen. Im Volumengeschäft mit den Marken Volkswagen, Skoda und Seat/Cupra lief es dagegen deutlich besser, der Gewinn lag mit 6,8 Milliarden Euro nur knapp unter dem Vorjahresniveau.

Folgen für Konzernchef Oliver Blume

Die schlechten Zahlen haben auch direkte Konsequenzen für das Gehalt von Konzernchef Oliver Blume. Es betrug laut Geschäftsbericht einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung für mehrere Jahre 2025 insgesamt 7,4 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es noch rund drei Millionen Euro mehr gewesen, die Blume von VW und Porsche zusammen bekommen hatte. Blume war bis Ende 2025 Chef beider Unternehmen, seit 1. Januar ist er es nur noch bei VW.

Interessanterweise war Blume damit nicht der bestbezahlte VW-Manager. Sein Vorgänger Herbert Diess kam einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung 2025 auf 9 Millionen Euro. Diess musste den Posten zwar 2022 an Blume abgeben und war aus der Konzernspitze ausgeschieden, stand aber weiter bei VW auf der Gehaltsliste und ging erst im Oktober 2025 in den Ruhestand.

Betriebsrat spricht von schwächstem Ergebnis seit Dieselgate

Der Betriebsrat sprach in einer Mitteilung an die Beschäftigten von dem schwächsten Ergebnis seit dem Dieselgate-Einbruch 2015/2016. Das Gremium verwies darauf, dass im vergangenen Jahr fast neun Milliarden Euro an Sondereffekten den Gewinn geschmälert hätten. Allein der Umbau bei Porsche summiere sich auf fünf Milliarden Euro, die US-Zölle würden rund drei Milliarden Euro kosten. Dazu kämen die Restrukturierungsprogramme bei Volkswagen, Audi und der Softwaretochter Cariad.

Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo erklärte: "Ohne Kostendisziplin und Sparprogramm wäre die Lage noch dramatischer."

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Ausblick für das laufende Jahr

Für das laufende Jahr rechnen die Wolfsburger mit einem Umsatzplus von bis zu drei Prozent. Auch die operative Rendite soll um bis zu 5,5 Prozent steigen, was eine deutliche Verbesserung zu den 2,8 Prozent im vergangenen Jahr darstellen würde. Ob diese Prognosen angesichts der anhaltenden Herausforderungen realistisch sind, bleibt abzuwarten.

Zuletzt hatten sechs Milliarden Euro, die unerwartet im Cashflow aufgetaucht waren, für Aufregung gesorgt und die angespannte finanzielle Lage des Konzerns zusätzlich verdeutlicht.