Volkswagen Jahresbilanz 2025: Gewinneinbruch auf Niveau der Dieselkrise
Der Volkswagen-Konzern ist im Geschäftsjahr 2025 tief in die Gewinnkrise gerutscht. Das operative Ergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr halbiert und liegt nun bei 8,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstagmorgen in Wolfsburg mitteilte. Besonders alarmierend ist die Entwicklung der Profitabilität: Die operative Marge sank auf lediglich 2,8 Prozent – ein Niveau, das zuletzt 2016 auf dem Höhepunkt der Dieselkrise erreicht wurde.
Vorzeichen bestätigen sich
Diese Entwicklung bestätigt, was sich bereits in den ersten neun Monaten des Jahres abgezeichnet hatte. Bis September war das Konzernergebnis um mehr als 60 Prozent geschmolzen. Analysten hatten deshalb auch für das Gesamtjahr mit einem spürbaren Rückgang gerechnet, wenn auch nicht mehr ganz so drastisch wie im Jahresverlauf zu beobachten war.
Mehrere Belastungsfaktoren
Das Geschäft bei Volkswagen wurde durch mehrere Faktoren belastet:
- Die anhaltende Schwäche auf dem chinesischen Markt
- Die Auswirkungen von US-Zöllen
- Probleme bei den einstigen Ertragsperlen Audi und Porsche
Vor allem bei Porsche schlugen der Strategiewechsel zurück zu Verbrennern und die damit verbundenen Belastungen auf das Konzernergebnis durch.
Absatzentwicklung moderat
Beim Absatz blieb der Rückgang dagegen vergleichsweise moderat. Weltweit lieferte der Konzern 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Marken aus – lediglich 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Während Europa leicht zulegen konnte, gingen die Auslieferungen in China und Nordamerika zurück.
Experten sehen strukturelle Probleme
Beatrix C. Keim, langjährige Auto-Managerin mit Erfahrung in Europa und China, sieht hinter dem Gewinneinbruch mehr als nur eine konjunkturelle Schwächephase. „Es scheint nicht viele Modelle mit guten Deckungsbeiträgen zu geben, also wird kein Geld verdient“, sagt sie. Das zentrale Problem sei weniger der Absatz als die Profitabilität.
Auch Prof. Martin Gornig, Forschungsdirektor für Industriepolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin, ordnet die Entwicklung grundsätzlich ein. „Das Problem ist Folge des verschlafenen Strukturwandels in der Autoindustrie generell“, erklärt er.
Zukunftsperspektiven
Die Zahlen für 2025 zeigen deutlich, dass Volkswagen vor erheblichen Herausforderungen steht. Während der Absatz relativ stabil bleibt, leidet die Profitabilität unter strukturellen Problemen und externen Belastungsfaktoren. Die Rückkehr zu einem Niveau wie während der Dieselkrise unterstreicht die Dringlichkeit von Anpassungsmaßnahmen in der gesamten Automobilbranche.



