VW ID.7 vs. XPeng P7: Kann Volkswagen im Elektroauto-Vergleich mit China mithalten?
VW ID.7 gegen XPeng P7: Kann VW noch mit China mithalten?

VW ID.7 gegen XPeng P7: Der große Elektroauto-Vergleich

Der Volkswagen-Konzern hat jüngst neue Zahlen vorgelegt, die ernüchternd ausfallen. Vor allem das schwächelnde China-Geschäft setzt den deutschen Autoriesen unter erheblichen Druck. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller mit starken Elektroautos aggressiv auf den europäischen Markt. Die brennende Frage lautet: Kann Volkswagen in der oberen Mittelklasse noch mithalten? Ein genauer Blick auf das Flaggschiff VW ID.7 im direkten Duell mit dem XPeng P7, einem Benchmark der elektrischen Mittelklasse, liefert eine klare und aufschlussreiche Antwort.

Cockpit und Interieur: Aufgeräumt gegen minimalistisch

Wer die Innenräume von Volkswagen gewohnt ist, wird das Cockpit des ID.7 als vergleichsweise aufgeräumt und strukturiert empfinden. Immerhin sind physische Schieberegler für Klima und Audio vorhanden und gut erreichbar. Fast alle Fahrzeugfunktionen werden jedoch über den zentralen Touchscreen gesteuert – inklusive Spiegel, Licht und Klima. Kritisch zu betrachten ist die teils verzögerte Reaktion des Touchscreens sowie die wirklich schlichte Grafik des Navigationssystems.

Im XPeng P7 geht der Hersteller noch einen Schritt weiter in Richtung Minimalismus. Neben ein paar wenigen Tasten am Lenkrad wird nahezu alles über das große Zentraldisplay geregelt. Dies wirkt zwar modern und futuristisch, birgt aber ein erhebliches Potenzial für Ablenkung während der Fahrt.

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Der VW ID.7 punktet zudem mit seinem enormen Kofferraum, der bei umgeklappter Rückbank ein Laderaumvolumen von bis zu 1586 Litern bietet. Der XPeng P7 ist mit maximal 915 Litern im Vergleich deutlich weniger geräumig. Zusätzlich erschwert eine kleinere Heckklappe das Beladen des Fahrzeugs.

Funktionen und Assistenzsysteme: Reife gegen ambitionierte Technik

Volkswagen liefert den ID.7 serienmäßig mit einer umfangreichen Ausstattung an Assistenztechnik. Software-Probleme, die in früheren Modellen bemängelt wurden, sind mittlerweile überwunden. Die Sprachsteuerung und Menüführung fühlen sich reifer und konsistenter an als bei vielen Konkurrenten. Ein Head-up-Display projiziert wichtige Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers.

Reichweite und Ladezeiten bewegen sich im guten Durchschnitt, wobei vor allem die Lenkung und das Multimediasystem noch Feinschliff benötigen. Vom offiziellen Reichweitenversprechen ist der ID.7 – wie die meisten Elektroautos – ein Stück weit entfernt, und das Ladekonzept könnte leistungsfähiger sein.

Der XPeng P7 bringt ebenso umfangreiche Technik mit, darunter das Assistenzpaket Xpilot Assist 2.5 mit zahlreichen Sensoren und Kameras. In der Praxis zeigen sich jedoch Schwächen: Die Multimedia-Software und das Navigationssystem sind nicht ganz ausgereift, mit langsamen Reaktionen, einfachen Grafiken und sprachlichen Fehlversuchen. Die Assistenzsysteme arbeiten zwar ordentlich, aber der Bedienkomfort bleibt deutlich hinter dem von Volkswagen zurück.

Fahreigenschaften: Souveränität trifft auf Lebhaftigkeit

Mit 286 PS fährt der große VW ID.7 souverän und kraftvoll. Er sprintet in etwa 6,5 Sekunden auf 100 km/h und läuft bis zu 180 km/h. Das Fahrzeug liegt ruhig und stabil auf der Straße, bietet ein ausgesprochen komfortables Fahrgefühl und filtert Bodenunebenheiten zuverlässig heraus.

Der XPeng P7 fühlt sich ebenfalls lebhaft und laufruhig an. Mit 276 PS und einer Beschleunigung von 6,4 Sekunden auf 100 km/h ist er ähnlich flott wie der Volkswagen. Auch im Hinblick auf Reichweite und Ladeleistung gibt es kaum nennenswerte Unterschiede. Beide Modelle unterstützen Schnellladen mit bis zu 175 kW. In praktischen Tests erreichte der ID.7 eine Reichweite von 356 km (599 km nach WLTP), der P7 kam auf 362 km (576 km nach WLTP).

Fazit: Der Preis entscheidet

Betrachtet man die reinen Testergebnisse, ist der VW ID.7 der durchdachtere und reifere Stromer. Dann kommt jedoch das große Aber, denn wir haben noch nicht auf das Preisschild geschaut. Der VW ID.7 liegt derzeit bei stolzen 54.105 Euro, der getestete Wagen kostete zeitweise sogar 64.490 Euro (Stand Februar 2024).

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Der XPeng P7 ist in der getesteten Version aktuell nicht mehr bestellbar, da der Nachfolger P7+ gerade eingeführt wird – zu einem Preis von nur 46.600 Euro. Der Testwagen kostete im September 2025 49.600 Euro. Wer nicht auf den Platz-Bonus des VW angewiesen ist und mit der reduzierten Bedienung des chinesischen Modells klarkommt, könnte den XPeng also durchaus in Erwägung ziehen.

Werden die chinesischen Hersteller Volkswagen deshalb jetzt vom Markt fegen? Nein, aber der Abstand schrumpft kontinuierlich. Die chinesischen Hersteller liefern technisch bereits auf Augenhöhe und setzen die Wolfsburger vor allem beim Preis-Leistungs-Verhältnis massiv unter Druck. Die Konkurrenz aus China wird für Volkswagen immer spürbarer und zwingt den Konzern zu schnellen Reaktionen.