Volkswagen plant einem exklusiven Bericht der BILD zufolge die Schließung von vier Werken in Deutschland und einen weiteren massiven Stellenabbau. Bereits im März hatte der Konzern angekündigt, 50.000 Stellen zu streichen. Nun sollen mindestens 50.000 weitere Arbeitsplätze auf der Kippe stehen.
Betroffene Standorte und Ausmaß des Abbaus
Laut BILD sollen an vier deutschen Standorten keine Autos mehr gebaut werden. Welche Werke genau betroffen sind, wurde zunächst nicht genannt. Der Abbauplan sei Teil eines umfassenden Sparkurses, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern. Ein Sprecher von Volkswagen wollte die Informationen auf Anfrage nicht kommentieren.
Die Gewerkschaft IG Metall zeigte sich alarmiert. „Sollten diese Pläne wahr sein, wäre das ein schwerer Schlag für die Beschäftigten und den Industriestandort Deutschland“, sagte ein Sprecher. Betriebsrat und Gewerkschaft kündigten Widerstand an.
Hintergrund der Krise
Volkswagen steht unter enormem Druck durch die Transformation zur Elektromobilität und den Wettbewerb aus China. Zudem belasten hohe Energiekosten und Lieferkettenprobleme die Produktion. Der Konzern hatte bereits im März ein Sparprogramm angekündigt, das den Abbau von 50.000 Stellen bis 2028 vorsieht. Nun sollen weitere Einsparungen folgen.
Analysten bewerten die Pläne als notwendig, aber riskant. „VW muss Kosten senken, aber Werksschließungen in Deutschland sind politisch und sozial hochsensibel“, sagte Autoexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer. Die endgültige Entscheidung werde im Aufsichtsrat fallen, in dem auch Vertreter des Landes Niedersachsen und der IG Metall sitzen.
Reaktionen aus der Politik
Die niedersächsische Landesregierung, die über eine Sperrminorität bei VW verfügt, forderte den Erhalt der Standorte. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sagte: „Wir werden uns mit aller Kraft gegen Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen stemmen.“ Auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zeigte sich besorgt und kündigte Gespräche mit dem Konzern an.
Die IG Metall kündigte für die kommenden Wochen Protestaktionen an. „Wir lassen nicht zu, dass die Beschäftigten die Zeche für Managementfehler zahlen“, so ein Gewerkschaftssprecher.



