Kommentar: Werksschließungen in Deutschland sind unvermeidlich für die Autoindustrie
Werksschließungen in Deutschland sind unvermeidlich

Das Endspiel um die deutsche Autoindustrie hat begonnen. Bei Volkswagen drohen bis zu 100.000 Entlassungen. Mercedes-Benz streicht Sonderzahlungen und verlangt von den Beschäftigten längere unbezahlte Arbeitszeiten. Auch bei BMW zeichnet sich ein Stellenabbau ab. Doch wenn sich die deutsche Autoindustrie retten will, muss sie noch radikalere Maßnahmen ergreifen – insbesondere das Tabuthema Werksschließungen in Deutschland angehen.

Überkapazitäten und hohe Kosten belasten die Branche

In Europa sind die Kapazitäten von 35 Werken überflüssig, wie eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) zeigt. In Deutschland sind die Fabriken im Schnitt nur zu 67 Prozent ausgelastet. Diese Unterauslastung kostet die Branche Milliarden – Geld, das keiner der Autobauer mehr hat. Allein VW liefert zwei Millionen Fahrzeuge weniger aus als 2019, während die Kapazitäten nicht im gleichen Ausmaß geschrumpft sind.

Der einzige Ausweg: Weitere Fabriken schließen

Der einzige Ausweg aus dieser Misere ist die Schließung weiterer Fabriken, vor allem im Hochlohnland Deutschland. Wegen massiver Personal- und Energiekosten lohnt es sich hierzulande kaum noch, Autos zu fertigen. Bei der hochmargigen Luxuslimousine S-Klasse von Mercedes mag dies noch funktionieren, doch bei der Business-Limousine C-Klasse wird es bereits eng. Nicht ohne Grund bauen die Schwaben das neue Modell in Ungarn, wo die Kosten 70 Prozent geringer sind als in Deutschland.

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Die deutschen Autobauer stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Der Aufschrei bei Werksschließungen wird groß sein, doch die wirtschaftliche Realität zwingt zum Handeln. Die Branche muss sich anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

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