Brandenburgs Ministerpräsident Woidke geißelt Tankstellen-Preise als „Abzocke“
Woidke kritisiert Tankstellen-Preise als Abzocke

Brandenburgs Regierungschef attackiert hohe Spritpreise als unhaltbaren Zustand

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die aktuellen Preisanstiege an deutschen Tankstellen scharf kritisiert und spricht von einer regelrechten „Abzocke“. Der Regierungschef drängt die Bundesregierung zum sofortigen Eingreifen, um diesen für Verbraucherinnen und Verbraucher untragbaren Zustand zu beenden.

Preisgefälle zu Polen von 60 Cent pro Liter

„Kein Mensch kann nachvollziehen, warum die Preise in Deutschland für identischen Kraftstoff um satte 60 Cent höher liegen als im benachbarten Polen“, erklärte Woidke gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Beide Länder seien schließlich direkte Nachbarn innerhalb der Europäischen Union. Diese Diskrepanz bezeichnete er als „unhaltbaren Missstand“, der dringend behoben werden müsse.

Die Bundesregierung müsse endlich tätig werden und dieser „Preistreiberei an den Tankstellen“ Einhalt gebieten. Woidke betonte, dass es sich hierbei aus seiner Sicht um reine Abzocke handle, die die Menschen in der Grenzregion besonders hart treffe.

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Grenzüberschreitendes Tanken als Folge

Seit Beginn des Iran-Krieges sind die Spritpreise in Deutschland stark angestiegen. In Polen hingegen bleiben die Kosten deutlich niedriger. Diese Situation führt dazu, dass aktuell viele Bewohnerinnen und Bewohner der brandenburgischen Grenzregion ihre Fahrzeuge gezielt im Nachbarland betanken.

Die Zapfsäulen im polnischen Słubice verzeichnen regen Zulauf aus Deutschland, während auf der deutschen Seite der Grenze entsprechend weniger getankt wird. Dieser Trend unterstreicht die wirtschaftlichen Konsequenzen der Preisunterschiede für beide Seiten.

Bundeskartellamt prüft die Entwicklung

Das Bundeskartellamt beobachtet die aktuelle Preisentwicklung an den Tankstellen mit großer Aufmerksamkeit. Präsident Andreas Mundt erklärte am Donnerstag, dass seine Behörde die Situation genau prüfe. „Sollten sich konkrete Hinweise auf kartellrechtswidriges Verhalten der Mineralölkonzerne ergeben, würden wir konsequent und mit aller Entschlossenheit dagegen vorgehen“, so Mundt.

Die Prüfung des Kartellamts konzentriert sich darauf, ob die Preisgestaltung den Wettbewerbsregeln entspricht oder ob möglicherweise unzulässige Absprachen stattfinden. Ein Ergebnis der Untersuchung wird mit Spannung erwartet, da es grundlegende Auswirkungen auf die künftige Preispolitik haben könnte.

Woidke forderte abschließend schnelles Handeln von allen beteiligten Instanzen, um die Verbraucherinnen und Verbraucher zu entlasten und faire Wettbewerbsbedingungen an den Tankstellen wiederherzustellen.

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