Haushalt 2027: Alkoholsteuer steigt um 20 Prozent
Die Bundesregierung hat sich auf den Haushalt für das Jahr 2027 verständigt. Um die Haushaltslücke von zuletzt 21 Milliarden Euro zu schließen, sind schmerzhafte Sparmaßnahmen für die Bürger vorgesehen. Das Kabinett soll den Haushalt am 6. Juli beschließen, anschließend folgen die Beratungen im Bundestag. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, soll es gelungen sein, die Lücke zu schließen – unter anderem durch den Rückgriff auf Rücklagen in Höhe von 9,7 Milliarden Euro, wie Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (48, SPD) bestätigte.
Steuererhöhungen als Einnahmequelle
Zusätzliche Einnahmen plant Klingbeil durch Steuererhöhungen. So soll die Alkoholsteuer um 20 Prozent angehoben werden, berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND). Die Abgabe pro Liter Reinalkohol steigt von 13,03 Euro auf 15,64 Euro. Die Mehreinnahmen werden auf 400 Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Eine 0,7-Liter-Flasche Spirituose mit 40 Volumenprozent – etwa Wodka, Whisky oder Rum – würde dadurch inklusive Mehrwertsteuer um 87 Cent teurer. Auch die Steuer auf Sekt, Champagner, mit Alkohol versetzte Liköre und alkoholhaltige Mischgetränke (Alkopops) soll um 20 Prozent steigen. Die Biersteuer bleibt unverändert, Wein bleibt weiterhin steuerfrei.
Expertenkommission forderte höhere Erhöhung
Eine von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (47, CDU) eingesetzte Expertenkommission hatte vorgeschlagen, die Alkoholsteuer 2027 um 40 Prozent zu erhöhen und bis 2029 sogar zu verdoppeln, so das RND. Bereits in diesem Jahr gibt es Erhöhungen bei der Tabaksteuer. Zudem plant der Bund eine sogenannte Zuckerabgabe auf zuckerhaltige Getränke.
Einsparungen bei Rente, Elterngeld und Wohngeld
Im Haushalt 2027 sollen zudem rund vier Milliarden Euro bei der Rente eingespart werden. Die Kürzungen beim Elterngeld belaufen sich auf 500 Millionen Euro. Das Bauministerium von Verena Hubertz (38, SPD) muss einen Sparbeitrag von 738 Millionen Euro leisten, voraussichtlich durch Kürzungen beim Wohngeld. Hinzu kommen pauschale Senkungen bei Subventionen nach dem Rasenmäher-Prinzip, die zwischen 15 und 30 Prozent liegen und drei Milliarden Euro einbringen sollen.



