ING bringt Kreditkarte noch vor Weihnachten – Girokonto-Entscheidung 2027
ING: Kreditkarte vor Weihnachten, Girokonto-Entscheidung 2027

Die Direktbank ING wird noch in diesem Jahr eine eigene Kreditkarte auf den Markt bringen. Das bestätigte ING-Deutschland-Chef Lars Stoy der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. „Unser Ziel ist, dass möglichst viele Kundinnen und Kunden mit der ING-Kreditkarte in diesem Jahr schon ihre Weihnachtsgeschenke kaufen können“, sagte Stoy. Damit schließt die Bank eine seit langem kritisierte Lücke in ihrem Produktangebot.

Kreditkarte: Lange erwartete Ankündigung wird konkret

Bereits im Sommer 2025 hatte Stoy, der seit dem 1. Januar 2025 die deutsche Tochter der niederländischen Großbank führt, eine Kreditkartenlösung für 2026 angekündigt. „Das steht dick auf dem Zettel und ist hoch priorisiert“, erklärte der Manager damals. Der Grund für die Priorisierung: Gerade auf Reisen ins Ausland stoßen Kunden der Direktbank bislang an Grenzen, weil eine echte Kreditkarte fehlt. Viele Hotels, Mietwagenfirmen oder Online-Shops akzeptieren ausschließlich Kreditkarten – Debitkarten werden oft abgelehnt.

Die ING ist mit rund neun Millionen Kunden eine der größten Direktbanken in Deutschland. Bislang bietet sie lediglich eine Debitkarte an, die auf dem Girokonto basiert. Die neue Kreditkarte soll dieses Manko beheben und den Kunden mehr Flexibilität im Zahlungsverkehr bieten. Details zu Konditionen, Gebühren oder möglichen Bonusprogrammen nannte Stoy noch nicht. Branchenexperten rechnen jedoch mit einer kostenlosen Variante bei regelmäßigem Geldeingang, ähnlich wie bei Wettbewerbern.

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Girokonto: Kostenlos-Angebot bleibt vorerst stabil

Eine weitere wichtige Frage für viele Kunden ist die Zukunft des kostenlosen Girokontos. Das Management will die Entscheidung darüber erst im nächsten Jahr bekannt geben. „Wir wissen aus Erfahrung, dass viele Kunden zu uns kommen, weil wir aktuell ein sehr kompetitives Angebot im Girokontobereich haben. Das wollen wir beibehalten“, betonte Stoy. „Wir arbeiten noch am Design der künftigen Kontomodelle. Aktueller Plan ist, dass das Mitte des Jahres 2027 ausgerollt wird.“

Hintergrund ist die Einführung einer einheitlichen Girokonto-Struktur in allen Märkten der ING-Gruppe. Geplant sind jeweils vier unterschiedliche Modelle. Ein kostenloses Girokonto ohne Bedingungen ist in der Branche längst nicht mehr Standard. Viele Banken verlangen inzwischen Mindestgeldeingänge oder erheben monatliche Gebühren.

Bestehende Konditionen: Was Kunden heute zahlen

Bei der ING Deutschland ist das Girokonto nach den aktuell geltenden Konditionen nur dann kostenlos, wenn monatlich mindestens 1.000 Euro eingehen oder der Kontoinhaber unter 28 Jahre alt ist. Andernfalls verlangt die Direktbank 4,90 Euro Gebühren pro Monat. Diese Regelung gilt seit mehreren Jahren und wird von Kundenkonten regelmäßig überprüft. Für junge Leute unter 28 bleibt das Konto weiterhin dauerhaft kostenlos, unabhängig vom Geldeingang.

Mit der neuen Kontostruktur will die ING offenbar mehr Flexibilität schaffen, ohne das Grundversprechen eines kostenlosen Kontos aufzugeben. Stoy machte jedoch deutlich, dass es eine „kompetitive“ Lösung geben werde, also ein Angebot, das im Vergleich zu anderen Banken attraktiv bleibt. Ob das kostenlose Konto an Bedingungen geknüpft sein wird, ließ er offen.

Auswirkungen für Kunden und Markt

Die Einführung der Kreditkarte dürfte die Wettbewerbssituation unter den Direktbanken weiter verschärfen. Mit der Kreditkarte kann die ING nun auch Kunden ansprechen, die bislang wegen dieses fehlenden Produkts abgewandert sind. Analysten sehen darin einen strategischen Schritt, um die Kundenbindung zu erhöhen und das Geschäft mit Zahlungsverkehrsdienstleistungen auszubauen.

Für Bestandskunden bedeutet die Kreditkarte vor allem mehr Komfort im Ausland. Gerade in der Weihnachtszeit, wenn viele Menschen online einkaufen, könnte die Karte zusätzliche Vorteile bieten. Ob es Sonderaktionen oder Rabatte geben wird, ist noch nicht bekannt. Die Bank betont jedoch, dass die Karte „möglichst vielen Kunden“ zugutekommen soll.

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Die Entscheidung über das Girokonto wird mit Spannung erwartet, da sie für Millionen Kunden finanzielle Auswirkungen haben könnte. Sollte die ING wie andere Banken Gebühren einführen, müssten Kunden entweder Mindestgeldeingänge erfüllen oder monatlich zahlen. Stoy betonte jedoch, dass man das „kompetitive Angebot“ beibehalten wolle – ein Signal, dass die ING nicht als erste Bank die Gebührenschraube anziehen will.