Kapitänswechsel beim HSV: Remberg erbt die Binde von Poulsen
Remberg neuer HSV-Kapitän: Entscheidung offiziell

Die Entscheidung ist gefallen: Nicolai Remberg führt den Hamburger SV künftig als Kapitän aufs Feld. Der Bundesligist machte die Wahl von Trainer Merlin Polzin am Samstag offiziell und beendete damit zugleich die Amtszeit von Yussuf Poulsen als Spielführer. Bereits im Testspiel gegen den 1. FC Heidenheim hatte der 26-jährige Mittelfeldspieler die Binde getragen – ein Vorgeschmack auf die neue Hierarchie.

Volksparkfestival als Vorbote

Schon vor der offiziellen Bekanntgabe gab es einen klaren Hinweis auf den Wechsel: Beim Volksparkfestival führte Moderator Christian Stübinger das Spieler-Interview mit Daniel Heuer Fernandes, dem Dauerbrenner, der in seine achte Saison beim HSV geht – und nicht mit dem bisherigen Kapitän Yussuf Poulsen. Diese Wahl des Interviewpartners werteten viele als stummes Signal. Kurz darauf bestätigte der Verein die neue Kapitänsfrage.

Die offizielle Bestätigung erfolgte am Samstag, dem 1. August 2026. Remberg tritt damit die Nachfolge von Poulsen an und ist der 33. Spielführer des HSV seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963. Sein Stellvertreter-Gespann bilden Albert Sambi Lokonga und Nicolas Capaldo. Trainer Polzin informierte die Mannschaft am Samstag vor dem Testspiel gegen den FC Everton über seine Entscheidung – ein Zeitpunkt, der bewusst gewählt schien, um dem Team Klarheit zu geben.

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Polzin: „Ein Leistungsgedanke, für den der HSV stehen soll“

„Rambo hat einen unfassbar hohen Anspruch an sich selbst und versucht täglich, seine Grenzen nach oben zu verschieben. Dieser Leistungsgedanke und seine Einstellung sind etwas, für das unser HSV stehen soll, damit wir alle gemeinsam den nächsten Schritt gehen“, begründete Polzin die Entscheidung. „Neben Rambo als High Performer haben wir mit Sambi einen Strategen und mit Capi einen emotionalen Leader, die hohe Standards setzen und deren Wirken sich unmittelbar auf den Rest der Gruppe auswirkt. Dazu hilft Yussi dem Trio sowie dem gesamten Team mit seiner unglaublichen internationalen Erfahrung.“

Der 35-jährige Trainer setzt also nicht nur auf einen einzelnen Kapitän, sondern auf ein Führungsquartett. Remberg als zentrales Element soll auf dem Platz vorangehen, Lokonga die Abläufe strukturieren, Capaldo Emotionen transportieren – und Poulsen mit seiner Routine unterstützen. Diese Konstellation ist eine klare Ansage an den Rest der Liga, dass der HSV in der neuen Saison mit einer gewachsenen Hierarchie antreten will.

Remberg: „Es ist etwas ganz Besonderes“

Der neue Kapitän zeigte sich in seiner ersten Reaktion bewegt und kämpferisch. „Es ist etwas ganz Besonderes für mich, neuer Kapitän des HSV zu sein. In meiner Karriere ging es nie steil, aber stetig bergauf, weil ich immer an mir gearbeitet habe – und das werde ich auch als Kapitän weiter vorleben“, sagte Remberg. „Als Typ auf und neben dem Platz vorangehen und von unserem Team immer einfordern, die 100 Prozent zu erreichen. Zeitgleich kann das Team von Sambi, Capi und mir mit Yussi an unserer Seite volle Unterstützung und volles Vertrauen erwarten.“

Remberg kennt die Erwartungen, die nun auf ihm lasten. Der 26-Jährige hat sich in der Vorbereitung bereits mit der Binde gezeigt und weiß, was es bedeutet, den HSV zu repräsentieren. Seine Botschaft an die Fans ist klar: volle Einsatzbereitschaft, hoher Anspruch und eine Mannschaft, die füreinander einsteht.

Poulsen verpasste 19 Liga-Spiele

Die Entscheidung von Polzin wird nachvollziehbar, wenn man die vergangene Saison von Yussuf Poulsen analysiert. Der 32-jährige Stürmer stand in der Bundesliga nur einmal in der Startelf – beim 1:1 gegen Borussia Dortmund. Insgesamt kam er auf magere 321 Einsatzminuten. Fünf verschiedene Verletzungen, meist muskulärer Art, warfen ihn immer wieder zurück. Am Ende verpasste der Routinier 19 von 34 Spieltagen.

Diese Verletzungshistorie dürfte Polzin zu der Einschätzung gebracht haben, dass Poulsen nicht mehr als Stammkraft und Führungsspieler eingeplant werden kann. Der Trainer wollte offenbar nicht das Risiko eingehen, dass die Kapitänsbinde an einem Spieler hängt, der möglicherweise immer wieder ausfällt. Dennoch bleibt Poulsen ein wichtiger Bestandteil des Kaders – als Vorbild, Stimmungsmacher und Ratgeber.

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Die Ära Remberg beginnt

Mit der vergleichsweise jungen Führungscrew positioniert sich der HSV für die Zukunft. Remberg (26), Lokonga (26) und Capaldo (27) stehen für eine neue Generation, die Verantwortung übernehmen will. Dass ausgerechnet der 33. Kapitän der Vereinsgeschichte ein Spieler ist, der sich über harte Arbeit nach oben gearbeitet hat, passt zum Selbstverständnis des Klubs.

Die nächste Bewährungsprobe für das neue Führungstrio folgt im Testspiel gegen den FC Everton, bei dem die Mannschaft am Samstag erstmals unter der neuen Kapitänsregie aufläuft. Die Fans werden genau hinschauen, wie sich Remberg in seiner neuen Rolle schlägt – und ob sich der Leistungsgedanke, den Polzin so betont, auch auf dem Platz widerspiegelt.