Dänemarks Fußballverband entzieht Infantino das Vertrauen
Dänemarks Fußballverband entzieht Infantino das Vertrauen

Der dänische Fußballverband (DBU) hat nach dem krachenden Scheitern der FIFA-Investorenpläne offen mit Gianni Infantino abgerechnet. DBU-Chef Jesper Møller erklärte in einer Mitteilung, er stimme der UEFA voll und ganz zu, dass das Vertrauen in den FIFA-Präsidenten verloren gegangen sei. „Deshalb kann ich ihn auch nicht unterstützen“, wird Møller zitiert.

Hintergrund ist der Rückzug der milliardenschweren Pläne, Anteile am Fußball-Weltverband an private Investoren zu verkaufen. Infantino hatte das Vorhaben fallen gelassen, nachdem der Widerstand aus der gesamten Fußballwelt und die öffentliche Empörung überhandgenommen hatten. Die Kritik war so massiv, dass auch ein möglicher Boykott durch die UEFA im Raum stand.

Møller nannte den Rückzug die einzig richtige Entscheidung. Er sei zu erwarten gewesen. „Der internationale Fußball stand an einem Scheideweg, an dem einige der Werte, die den Kern und die Seele des Fußballs ausmachen, unter Druck geraten waren“, sagte er. Damit spielte er auf die Befürchtung an, dass private Investoren zu viel Einfluss auf den Weltverband bekommen könnten.

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UEFA und Ceferin ausdrücklich gelobt

Møller nutzte die Gelegenheit, um der Haltung der UEFA ausdrücklich zu würdigen. Der europäische Dachverband hatte die Investorenpläne nicht nur als „schäbigen Deal“ kritisiert, sondern sogar mit einem Boykott gedroht. Diese Entschlossenheit beeindruckte den DBU-Chef. Er lobte, dass die UEFA so schnell mit einer Stimme gesprochen habe. Auch UEFA-Präsident Aleksander Ceferin erhielt von Møller Rückendeckung.

Mit diesem Schritt steht der dänische Verband fest an der Seite der UEFA und zugleich gegen den FIFA-Präsidenten. Møller zieht damit eine klare Trennlinie: Die Interessen des Fußballs dürften nicht an private Geldgeber verscherbelt werden. Der Rückzug der Pläne sei zwar richtig, aber das Vertrauen in die FIFA-Spitze sei nachhaltig beschädigt.

Ein Signal mit Wirkung über Dänemark hinaus

Die deutliche Ansage aus Dänemark dürfte in anderen Verbänden genau beobachtet werden. Nationale Fußballverbände stehen oft vor der Frage, wie viel Kritik sie sich gegenüber der FIFA-Zentrale erlauben können. Mit seiner offenen Wortwahl geht Møller voran und könnte damit weiteren Kritikern den Rücken stärken.

Die UEFA hat mit ihrer Boykottdrohung bereits gezeigt, wie weit sie zu gehen bereit ist. Dass sich nun auch ein nationaler Verband so klar positioniert, erhöht den Druck auf Infantino weiter. Der FIFA-Präsident selbst hat sich bislang nicht zu dem Vertrauensentzug geäußert. Ob dies Konsequenzen für seine Position hat, bleibt abzuwarten.

Dem dänischen Verband geht es dabei nicht um Einzelfragen, sondern um eine grundsätzliche Haltung. Wer den Fußball als Sport und gesellschaftliches Phänomen bewahren wolle, dürfe ihn nicht zum Spekulationsobjekt machen. Diese Botschaft richtet sich direkt an Infantino und die FIFA-Führung.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob weitere Verbände dem dänischen Beispiel folgen. Die Solidarität mit der UEFA ist in Europa groß, doch ein offener Machtkampf mit der FIFA wäre riskant. Viele hoffen daher, dass Infantino aus dem Debakel lernt und den Dialog mit den nationalen Verbänden sucht.

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