Waldsiedlung Zehlendorf wird Unesco-Welterbe – Erweiterung der Berliner Moderne
Waldsiedlung Zehlendorf nun Unesco-Welterbe

Die Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin ist offiziell in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Das Unesco-Welterbekomitee beschloss auf seiner Tagung im südkoreanischen Busan, die Siedlung als Erweiterung der bereits bestehenden Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ anzuerkennen. Damit wächst die Zahl der unter Schutz gestellten Wohnsiedlungen in Berlin von sechs auf sieben.

Hintergrund der Erweiterung

Die „Siedlungen der Berliner Moderne“ waren bereits 2008 in die Unesco-Liste eingetragen worden. Sie umfassen sechs Wohnsiedlungen, die zwischen 1913 und 1934 erbaut wurden und als Meilensteine des modernen Wohnungsbaus gelten: die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark, die Großsiedlung Britz (Hufeisensiedlung), die Wohnstadt Carl Legien, die Weiße Stadt sowie die Siedlung Siemensstadt. Die Waldsiedlung Zehlendorf, auch bekannt als Onkel-Toms-Hütte-Siedlung, entstand in den 1920er und 1930er Jahren und gilt als herausragendes Beispiel des modernen Siedlungsbaus der Zwischenkriegszeit.

Architektonische Bedeutung

Die Waldsiedlung Zehlendorf wurde nach Entwürfen von Architekten wie Bruno Taut, Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg errichtet. Sie zeichnet sich durch eine lockere, naturnahe Bebauung mit viel Grünflächen aus. Die Siedlung umfasst rund 1.000 Wohnungen, die in flachen Reihenhäusern und Einfamilienhäusern untergebracht sind. Die Unesco würdigte die Siedlung als „herausragendes Beispiel des sozialen Wohnungsbaus der Moderne mit hoher gestalterischer Qualität“. Die Entscheidung des Komitees fiel einstimmig.

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Auswirkungen für Berlin

Mit der Erweiterung wird die herausragende Bedeutung der Berliner Architektur der Moderne international gewürdigt. Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) zeigte sich erfreut: „Die Waldsiedlung Zehlendorf ist ein architektonisches Juwel, das nun die verdiente Anerkennung erhält. Dies stärkt den Denkmalschutz und fördert den Tourismus.“ Die Siedlung ist bereits seit 1995 als Gartendenkmal geschützt. Die Unesco-Anerkennung bedeutet zusätzliche Fördermittel und strenge Auflagen für bauliche Veränderungen.

Nächste Schritte

Die formelle Aufnahme in die Welterbeliste erfolgte am 27. Juli 2024. Eigentümer und Bewohner müssen sich nun auf strengere Bauauflagen einstellen. Die Senatsverwaltung für Kultur plant, die Siedlung stärker für Besucher zu öffnen, ohne den Wohncharakter zu beeinträchtigen. Infotafeln und Führungen sollen die Geschichte der Siedlung vermitteln. Die Waldsiedlung Zehlendorf ist die siebte Wohnsiedlung der Berliner Moderne, die den Unesco-Status erhält – ein bedeutender Schritt für das kulturelle Erbe der Hauptstadt.

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