Waldbrände halten die Feuerwehr in Bayern in Atem. An drei Orten im Freistaat sind die Einsatzkräfte aktuell gefordert: in der Oberpfalz, in den Chiemgauer Alpen und bei Bad Reichenhall. Während ein Brand unter Kontrolle ist, dauern die Nachlöscharbeiten an den anderen Orten an.
Waldbrand in der Oberpfalz unter Kontrolle
In der Oberpfalz hat die Feuerwehr eine schwierige Lage im Griff: Ein Waldbrand bei Freudenberg im Landkreis Amberg-Sulzbach ist seit dem Vormittag unter Kontrolle. Das Feuer breitet sich nach Angaben des Landratsamts nicht weiter aus. Rund 200 Einsatzkräfte sind vor Ort, unterstützt durch einen Löschhubschrauber. Insgesamt seien etwa 5,7 Hektar Wald in Brand geraten, hieß es von der Behörde.
Der Brand war am Freitagabend ausgebrochen und hatte die Feuerwehr sofort vor große Herausforderungen gestellt. Das Gelände ist unwegsam, an manchen Stellen können die Löscharbeiten nur zu Fuß durchgeführt werden. Vier Feuerwehrleute wurden bei dem Einsatz verletzt, wie das Landratsamt mitteilte. Über die Schwere der Verletzungen machte die Behörde zunächst keine Angaben. Für die Bevölkerung in der Nähe des Brandgebiets habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden. Eine zunächst ausgegebene Warnung vor Brand- und Rauchentwicklung wurde demnach wieder aufgehoben. Die Löscharbeiten laufen seit Freitagabend und dauern an.
Nachlöscharbeiten in den Chiemgauer Alpen
Weitaus aufwendiger sind die Arbeiten in den Chiemgauer Alpen. Dort sucht die Feuerwehr seit dem Morgen nach Glutnestern in den Bergen oberhalb von Unterwössen im Landkreis Traunstein. Der Brand an der Lackenbergwand war bereits am Mittwochabend entdeckt worden. Wegen der extremen Trockenheit und der anhaltenden Hitze konnten die Flammen zunächst nur schwer eingedämmt werden. Zwischenzeitlich wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Seit Freitag ist der Brand offiziell gelöscht, doch die Nachlöscharbeiten dauern an.
Die Glutnester liegen vor allem am Berggrat und sind oft nicht mit dem Hubschrauber zu erreichen. „Dann müssen wir die optimale Route planen und die Einsatzkräfte per Seilschaft vorschicken", erklärte ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein. Im Einsatz sind ein Hubschrauber und rund 60 Kräfte von Feuerwehr und Bergwacht. In der Nacht habe eine Drohne mit Wärmebildkamera das abgebrannte Gebiet überflogen. Dabei seien zwar vereinzelte Glutnester und Rauch am Berg erkannt worden, aber ein erneutes Aufflammen habe nicht gedroht. Die Drohne lieferte den Einsatzkräften wertvolle Hinweise, wo auf dem Berg noch Nachlöscharbeiten nötig sind.
Die Bundesstraße 305, die wegen des Brandes zeitweise gesperrt war, ist wieder freigegeben. Auch der Wössener See kann als Badegewässer wieder genutzt werden. Die Sperrung der Bundesstraße hatte für den Verkehr in der Region spürbare Einschränkungen bedeutet. Das betroffene Gebiet rund um die Lackenbergwand bleibt jedoch für die Bevölkerung tabu.
Brand nach Blitzeinschlag am Hochstaufen
Ein weiterer Waldbrand beschäftigt die Einsatzkräfte bei Bad Reichenhall. Dort hatte ein Blitzeinschlag am Freitagabend an der Südseite des Hochstaufens ein Feuer ausgelöst. Nach Angaben der Polizei half ein zwischenzeitlicher Regen, die Flammen einzudämmen. Die Glutnester müssen aber weiter bekämpft werden, teils per Hand. Das Ausmaß sei überschaubar, hieß es. Die Stadt Bad Reichenhall und die Feuerwehr warnen die Bevölkerung eindringlich: Der Aufenthalt im Gebiet des Hochstaufens ist gefährlich und sollte unbedingt vermieden werden. Die Einsatzkräfte beobachten die Lage am Berg auch über den Tag hinweg weiter.
Wetterlage bleibt angespannt
Die Waldbrandgefahr in Bayern ist derzeit enorm. Extreme Trockenheit und hohe Temperaturen lassen Brände schnell entstehen und sich rasend ausbreiten. Die Feuerwehren in den betroffenen Regionen arbeiten seit Tagen unter Hochdruck. Besonders tückisch sind Glutnester, die auch nach vermeintlichem Löschen noch für Stunden oder Tage im Boden weiterglimmen können. Die Behörden appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, im Freien besonders achtsam zu sein und offenes Feuer sowie das Wegwerfen von Zigarettenresten zu unterlassen. Auch in den kommenden Tagen bleibt die Situation kritisch.
Die Zusammenarbeit der Rettungskräfte ist bei solchen Einsätzen entscheidend. Während die Feuerwehr die Löscharbeiten koordiniert, unterstützt die Bergwacht mit ihrer alpinistischen Erfahrung im steilen Gelände. Die Polizei sichert die Einsatzstellen ab und regelt den Verkehr. Ohne diese gemeinsame Anstrengung wären die Brände nur schwer in den Griff zu bekommen.



