US-Präsident Donald Trump steht im Konflikt mit dem Iran vor einer denkbar schwierigen Lage. Nach Ansicht von Militärexperten sind die verbleibenden Optionen allesamt mit erheblichen Risiken verbunden. In dieser Woche hat sich Trump mit zwei zentralen Krisenregionen befasst: Er traf Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Beide Begegnungen verliefen nach Angaben des Weißen Hauses positiv und produktiv.
Netanjahus Skepsis gegenüber einem Iran-Deal
Trumps Sprecherin Caroline Leavitt sagte gegenüber der langjährigen Trump-Berichterstatterin Dasha Burns, dass insbesondere das Treffen mit Netanjahu eines der besseren gewesen sei. Sie habe in der Vergangenheit mehr Spannungen zwischen den beiden Männern erlebt. Allerdings habe Netanjahu Trump mitgeteilt, dass er einem Deal mit dem Iran nach wie vor skeptisch gegenüberstehe. Sollte es jedoch zu einer Einigung kommen, werde er sich den USA nicht in den Weg stellen.
Genau hier liegt das Problem: Im Weißen Haus herrscht große Frustration über die Lage, in der sich die USA im Konflikt mit dem Iran aktuell befinden. Es gibt immer mehr Bestrebungen, die Lage zu eskalieren. Trump will das eigentlich verhindern, er will einen Deal erreichen. Doch solange der Iran weiter so handelt wie im Moment, spricht nichts für eine ernsthafte Lösungsbereitschaft.
Trumps Dilemma: Bodeneinsatz oder Luftangriffe?
Donald Trump gerät zunehmend unter Druck. Aus dem Umfeld des Präsidenten mehren sich die Stimmen, die fordern, er solle den Job endlich beenden. Die Frage ist, wie genau seine Optionen aussehen. Militärexperten sagten Burns in dieser Woche, dass ein Bodeneinsatz notwendig sei, um das Regime zu stürzen. Doch das war bislang eine rote Linie für die Trump-Administration.
Die andere Option wären wesentlich aggressivere Luftangriffe, die auch auf kritische Infrastruktur – etwa die Wasserversorgung – zielen würden. Dies könnte jedoch zu massiven Gegenreaktionen der Weltgemeinschaft führen. Angesichts dieser beiden Optionen gibt es durchaus Stimmen in Trumps Umfeld, die es vorziehen würden, einen schlechten Deal mit dem Iran zu machen und abzuziehen.
Sorge vor den Zwischenwahlen
Die Republikaner sorgen sich angesichts der Vorstellung, dass die USA im November bei den Zwischenwahlen noch immer in die beiden Kriege im Iran und in der Ukraine verwickelt sein könnten. Insbesondere der Iran-Krieg ist sehr unpopulär bei amerikanischen Wählern. Das könnte sich negativ auf die Wahlchancen der Partei auswirken.
Auch aus Militärkreisen hört man Warnsignale: Es steht nicht sehr gut um die US-Munitionsbestände. Das Pentagon ist deshalb diskussionsfreudiger geworden in der Debatte, wie viele Waffen die Vereinigten Staaten der Ukraine noch geben wollen. Die Ressourcen sind begrenzt, und die Prioritäten müssen gesetzt werden.
Ukraine-Krieg an entscheidender Wende
Gleichzeitig hört Burns von Experten, dass der Krieg zwischen Russland und der Ukraine an einem entscheidenden Punkt steht. Mit ausreichender Unterstützung der USA, mit Sanktionen gegen Russland – so die Hoffnung – könnte mehr Druck auf Kremlchef Wladimir Putin ausgeübt werden. Das Ziel: Putin an den Verhandlungstisch zu bringen, um einen echten Deal zu machen.
All das lastet derzeit gleichzeitig auf der Regierung. Die Herausforderungen im Iran und in der Ukraine sind eng miteinander verwoben. Die USA müssen abwägen, wie viel Engagement sie in beiden Konflikten leisten können, ohne die eigenen Kapazitäten zu überdehnen.
Trump hat in dieser angespannten Lage kaum noch Handlungsspielraum. Jede Entscheidung birgt politische und militärische Risiken. Ob Bodeneinsatz, Luftangriffe oder ein schlechter Deal – alle Optionen hinterlassen bei den Wählern und in der internationalen Gemeinschaft einen faden Beigeschmack. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Trump einen Ausweg aus dem Dilemma findet.



