RB Leipzigs langjähriger Torhüter Péter Gulácsi steht unmittelbar vor einem Wechsel in die spanische Primera División. Der FC Villarreal hat nach Informationen der BILD ein offizielles Angebot für den 36-jährigen Ungarn eingereicht und damit den Poker um den Keeper eröffnet. Beim 4:0-Testsieg der Sachsen gegen den Drittligisten SC Verl am Samstagmittag fehlte Gulácsi bereits im Kader – ein deutliches Zeichen für die bevorstehende Einigung.
Zwei Millionen plus Boni: Das Angebot aus Spanien
Wie die BILD berichtet, hat der Tabellendritte der vergangenen La-Liga-Saison sein Interesse an Gulácsi hinterlegt und ein erstes Angebot nach Leipzig geschickt. Demnach wollen die Spanier zwei Millionen Euro Ablöse überweisen. Dazu kommen ordentliche Bonuszahlungen, die unter anderem an das Erreichen der Champions League sowie weitere sportliche Bedingungen geknüpft sind. Diese variablen Summen könnten die Gesamtablöse deutlich erhöhen und den Deal für RB Leipzig wirtschaftlich attraktiver machen.
Der 36-Jährige ist das erklärte Transfer-Ziel Nummer eins auf der Torwart-Position der Spanier. Villarreal, das rund 60 Kilometer nördlich von Valencia liegt, sucht einen erfahrenen Schlussmann, der der jungen Mannschaft sofort Stabilität verleiht. Gulácsi mit seiner langen Bundesliga-Erfahrung gilt als Idealbesetzung.
Leipzig zeigt sich gesprächsbereit
RB Leipzig wird nach BILD-Informationen in den nächsten Stunden auf die Offerte reagieren. Möglich, dass an den Zahlen noch etwas gefeilt wird. Allerdings hat der Klub intern bereits durchblicken lassen, dass man dem Wechsel eines extrem verdienten Spielers wie Gulácsi nicht durch schnöde Preistreiberei im Wege stehen will. Diese Haltung unterstreicht die Wertschätzung für den langjährigen Stammkeeper, der sich im Verein große Verdienste erworben hat.
Ein weiteres Indiz für die bevorstehende Einigung: Gulácsi saß am Nachmittag nicht im Leipziger Flieger ins Trainingslager nach Österreich. Vom Verein ist er für Vertragsgespräche freigestellt worden. Ein schneller Abschluss der Verhandlungen gilt als sehr gut möglich, wobei die genauen Modalitäten noch geklärt werden müssen.
Zweijahresvertrag mit Option: Die Pläne von Villarreal
Nach Informationen der BILD hat der ehemalige Europa-League-Sieger von 2020/21 Gulácsi einen Zweijahresvertrag plus Option auf ein weiteres Jahr angeboten. Damit wäre der Ungar bis mindestens 2028 an den Klub gebunden, mit der Perspektive auf eine dritte Saison. Diese Vertragslaufzeit zeigt, dass Villarreal langfristig mit dem Routinier plant und ihn nicht nur als kurzfristige Lösung sieht.
In Villarreal würde Gulácsi in einen internen Konkurrenzkampf mit dem Brasilianer Luiz Júnior treten. Der 25-Jährige kam erst im Sommer von Flamengo und konnte bislang nicht vollständig überzeugen. Gulácsi trägt mit seiner Routine und seinen Reflexen beste Chancen, sich als Nummer eins durchzusetzen und auch in der Champions League wieder zwischen den Pfosten zu stehen. Die Königsklasse hatte er mit Leipzig mehrfach erlebt, nun winkt ihm erneut diese Bühne.
Neuer Trainer setzt auf Erfahrung
Ein wichtiger Faktor für den Transfer ist die Wertschätzung durch den neuen Cheftrainer Iñigo Pérez. Der 38-jährige Spanier übernahm Villarreal in diesem Sommer und war zuvor bei Rayo Vallecano tätig, wo er sich einen Namen als taktisch flexibler Coach gemacht hatte. Pérez stand erst kürzlich im Endspiel der Conference League, das sein Team mit 0:1 in Leipzig gegen Crystal Palace verlor. Nun soll Gulácsi helfen, die nächste Entwicklungsstufe zu nehmen.
Der Ungar bringt nicht nur sportliche Qualität mit, sondern auch enormen Erfahrungsschatz. In seiner Karriere durchlief er Stationen in Ungarn, England, Österreich und Deutschland. Bei RB Leipzig avancierte er zum Führungsspieler und feierte zahlreiche Erfolge, darunter zweimal den Gewinn des DFB-Pokals. Diese Mentalität kann in einer jungen Mannschaft wie Villarreal Gold wert sein.
Champions-League: Lostopf 3 für beide
Eine besondere Note erhält der Wechsel durch die bevorstehende Champions-League-Auslosung. Nach derzeitigem Stand würden sowohl RB Leipzig als auch der FC Villarreal in Lostopf 3 liegen. Ein direktes Duell in der Gruppenphase ist daher durchaus möglich. Sollte es dazu kommen, wäre Gulácsi ein Wiedersehen mit seinen langjährigen Teamkollegen und den Fans in der Red-Bull-Arena vergönnt – eine emotionale Angelegenheit.
Die Verantwortlichen in Leipzig blicken dem möglichen Abschied mit Wehmut, aber auch mit Verständnis entgegen. Gulácsi, der seit 2015 das Tor der Sachsen hütet, hat sich um den Verein verdient gemacht. Ein Wechsel im Spätsommer seiner Karriere zu einem ambitionierten Klub in Spanien eröffnet ihm die letzte große Station im Ausland. Für RB Leipzig bedeutet der Transfer zugleich eine Chance, frische Mittel und Planungssicherheit für die Torhüterposition zu gewinnen.
Alle Zeichen verdichten sich, dass der Transfer in den kommenden Tagen über die Bühne gehen wird. Die Vereinsverantwortlichen hüten sich vor offiziellen Stellungnahmen, doch die Zeichen sind unmissverständlich: Gulácsi ist auf dem Sprung nach Spanien, und Villarreal bekommt einen Torwart, der auch auf internationaler Bühne seine Klasse bereits bewiesen hat.



