Schwer bewaffnete Polizisten haben den Anhalter Bahnhof in Berlin abgeriegelt und durchkämmen das Gelände nach Spuren von Abdul Ballout. Der 21-Jährige wird verdächtigt, am vergangenen Wochenende mit einem Transporter in die Menschenmenge beim Christopher Street Day (CSD) gerast zu sein. Dabei kam eine Frau ums Leben, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt. Die S-Bahn-Verbindungen wurden vorübergehend eingestellt, der Bahnhof weiträumig gesperrt.
Hintergründe zu Abdul Ballout
Polizeiangaben zufolge war Ballout erst im Mai dieses Jahres aus dem Jugendstrafvollzug entlassen worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 21-Jährige eine terroristische Motivation hatte. Sie prüfen seine mögliche Nähe zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) und seine bisherige Radikalisierungsgeschichte. Bereits vor der Tat soll Ballout in einschlägigen Kreisen aufgefallen sein.
Die Fahndung läuft auf Hochtouren
Die Polizei hat eine groß angelegte Fahndung eingeleitet. Spezialeinsatzkräfte sind im Einsatz, um den flüchtigen Tatverdächtigen zu stellen. Nachbarn und Zeugen werden befragt, Überwachungsvideos ausgewertet. Die Bevölkerung ist aufgerufen, Hinweise zu möglichen Aufenthaltsorten von Ballout zu geben. Der Bahnhof und die umliegenden Gleisanlagen werden weiterhin systematisch durchkämmt.
Ermittlungen zur Tatnacht
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Es wird geprüft, ob Ballout Komplizen hatte und wie er an das Tatfahrzeug gelangte. Der Transporter wurde sichergestellt und wird kriminaltechnisch untersucht. Nach ersten Erkenntnissen handelte der Täter allein, doch schließen die Ermittler ein Netzwerk nicht aus.
Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Der CSD in Berlin war eine friedliche Veranstaltung für die Rechte von LGBTQ+-Menschen. Der Anschlag reiht sich ein in eine Serie von Angriffen auf queere Veranstaltungen. Die Politik hat eine schnelle Aufklärung und harte Konsequenzen gefordert. Bundesinnenministerin Nancy Faeser sprach von einem „terroristischen Akt“ und versicherte, dass alle Mittel zur Verfolgung des Täters eingesetzt würden.
Öffentliche Sicherheit im Fokus
Nach dem Anschlag wurden Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen verstärkt. Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, wachsam zu sein und verdächtige Beobachtungen zu melden. Die Suche nach Abdul Ballout hat oberste Priorität. Die Fahnder hoffen, noch am heutigen Tag entscheidende Hinweise zu erhalten, die zur Festnahme führen könnten.
Die Hinterbliebenen des Opfers werden von Opferhilfeorganisationen betreut. Die Stadt steht unter Schock, doch die Behörden bemühen sich, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten. Der Anhalter Bahnhof bleibt vorerst teilweise gesperrt, die S-Bahnen fahren wieder, jedoch mit Verspätungen.



