Testspiel in Cottbus: Werder schlägt Bittencourt-Elf mit 4:2
Werder schlägt Bittencourt-Elf 4:2 in Cottbus

Es war das erwartet emotionale Wiedersehen: Leonardo Bittencourt lief am Samstagnachmittag mit Energie Cottbus gegen seinen langjährigen Ex-Verein Werder Bremen auf. Nach sieben Jahren und 189 Pflichtspielen im Bremer Trikot war der 32-Jährige im Sommer ablösefrei zu seinem Heimatverein gewechselt. Nun kam es im vierten Test der Bremer Saisonvorbereitung zur direkten Begegnung – in einem XXL-Spiel über zweimal 60 Minuten. Am Ende behielten die Bremer mit 4:2 die Oberhand, doch der Sieg war alles andere als selbstverständlich.

Früher Schock für die Bremer: Hein legt Cigerci das 0:1 auf

Die Partie begann für Werder denkbar ungünstig. In der 7. Minute leistete sich Torhüter Karl Hein einen gravierenden Fehler: Er spielte den Ball unbedrängt in die Füße von Tolgay Cigerci. Der Kapitän von Energie Cottbus bedankte sich und überlupfte Hein zum 1:0. Es war ein Fehlstart, der die Bremer hätte verunsichern können. Nur kurze Zeit später tauchte Bittencourt, der in der Startelf stand, ebenfalls gefährlich vor dem Bremer Tor auf, doch Hein machte seinen Patzer mit einer starken Rettungstat wieder wett.

Bitter für die Bremer gab es dennoch: Das Talent Mats Heitmann musste nach einer knappen Viertelstunde verletzungsbedingt vom Platz. Der 20-Jährige wurde in der 16. Minute durch Friedl ersetzt.

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Werder dreht die Partie: Hacke, Musah, Mbangula

Nach dem verschlafenen Start steigerte sich Werder zunehmend. In der 31. Minute belohnte sich die Mannschaft für ihren Aufwand: Stage legte den Ball per Hacke mustergültig auf Musah ab, der aus 14 Metern trocken einschoss. Die Partie war damit wieder offen. Nur zehn Minuten später zeigte Werder, wie effektiv ihr Pressing sein kann: Nach einem hohen Ballgewinn schickte Musah Samuel Mbangula, der frei vor Keeper Lotka eiskalt blieb – 2:1.

Mit dieser Führung gingen die Teams in die Pause. Beide Trainer nutzten den Test, um viele Wechsel vorzunehmen. Auch Bittencourt blieb nach dem Seitenwechsel in der Kabine. Bei Werder feierte Torwart-Neuzugang Alexander Schlager seine Premiere: Der 30-Jährige ersetzte Hein in der zweiten Halbzeit.

Entscheidung nach 100 Minuten: Erevbenagie sorgt für das 3:1

Auch nach dem Wechsel blieb die Partie intensiv. Werder kontrollierte das Geschehen, musste aber lange auf die Entscheidung warten. Die fiel schließlich in der 100. Minute: Paul Erevbenagie, der in der zweiten Halbzeit zu den auffälligsten Spielern gehörte, schlenzte das Leder unhaltbar ins lange Eck und erhöhte auf 3:1. Ein sehenswerter Treffer, der die Partie endgültig zugunsten der Bremer drehte.

Energie Cottbus zeigte jedoch Moral. In der 109. Minute traf Borgmann zum 2:3 und brachte die Partie nochmal spannend. Doch nur acht Minuten später stellte Chuki mit seinem Treffer zum 4:2 den alten Abstand wieder her. Es war der Endstand einer Begegnung, die vor allem in der Schlussphase noch einmal richtig Fahrt aufnahm.

Bittencourt hat schlussendlich das Lachen auf seiner Seite

Nach dem Abpfiff stand Leonardo Bittencourt lächelnd auf dem Rasen. „Zum Glück war es ein Testspiel, ansonsten hätte ich den Jungs das eine oder andere Mal wehtun müssen. Aber ich wünsche den Jungs und Werder Bremen natürlich alles Gute für die Saison“, sagte der 32-Jährige. Die Worte zeigen: Die Verbindung zu seinen ehemaligen Mitspielern ist nach wie vor eng.

Alle Tore im Überblick

  • 7. Minute – Tolgay Cigerci überlupft Karl Hein: 0:1
  • 31. Minute – Musah trifft nach Hacke von Stage: 1:1
  • 41. Minute – Samuel Mbangula bekommt das Zuspiel von Musah und schiebt ein: 2:1
  • 100. Minute – Paul Erevbenagie trifft ins lange Eck: 3:1
  • 109. Minute – Borgmann erzielt den Anschlusstreffer: 3:2
  • 117. Minute – Chuki stellt den Endstand her: 4:2

So spielte Werder Bremen

In der ersten Halbzeit liefen die Bremer mit Hein, Wojcik, Heitmann (16. Friedl), Coulibaly, Nkinmah, Stalmach, Stage, Grüll, Schmid (47. Soylu), Musah und Mbangula auf. In der zweiten Halbzeit setzte das Trainerteam auf Schlager, Pieper, Friedl (74. Hamouda), Schmetgens, Quetant, Covic, Alvero, Erevbenagie, Chuki, Kownacki und Soylu (90. Höcker).

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Für Werder Bremen war es der vierte Test der Saisonvorbereitung. Die Erkenntnis aus Cottbus: Die Mannschaft hat auch nach Rückständen die Qualität, ein Spiel zu drehen. Für Bittencourt hingegen war es ein ungewohnter Nachmittag, der trotz der Niederlage mit sportlichem Anstand endete.