Der schwedische Anbieter Klarna hat die Zinsen für Festgeld angehoben. Sparerinnen und Sparer erhalten nun je nach Laufzeit Zinsen von bis zu 3,05 Prozent pro Jahr. Die neuen Konditionen: 12 Monate: 2,90 %, 18 Monate: 2,92 %, 24 Monate: 2,96 %, 36 Monate: 3,01 %, 48 Monate: 3,05 %. Doch wie schlägt sich das Angebot im Marktvergleich? Gerade bei längeren Laufzeiten lassen sich derzeit noch höhere Zinsen finden. Den besten Satz erhalten Sparer bei Klarna über eine Laufzeit von 48 Monaten mit 3,05 Prozent. Bessere Konditionen für diese Laufzeit bietet die J&T Direktbank mit 3,20 Prozent p.a. Noch mehr ist bei der Pbb direkt möglich: Dort winken 3,30 Prozent – allerdings erst über eine Laufzeit von fünf Jahren, denn ein Vierjahresangebot führt die Bank nicht im Programm. Über drei Jahre liegt der Zinssatz bei der Pbb direkt bei 3,25 Prozent und damit ebenfalls über dem Angebot von Klarna für diese Laufzeit.
Klarna im Wettbewerbsvergleich
Bei einer kürzeren Bindung von 12 Monaten zeigt sich Klarna dagegen vergleichsweise wettbewerbsfähig. Einen höheren Zinssatz für diese Laufzeit gibt es derzeit nur wieder bei der J&T Direktbank mit 3,05 Prozent p.a. Weitere Angebote finden Sie auch in unserem Festgeld-Rechner.
Rund zwei Wochen nach der Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) ziehen einige Banken bei den Zinsen für Tagesgeld und Festgeld weiterhin nach. Sparerinnen und Sparer können derzeit aus einer breiten Auswahl gut verzinster Angebote wählen. Doch welches Produkt passt wirklich? Die Wahl der richtigen Sparform hängt nicht nur vom Zinssatz ab, sondern auch von der geplanten Anlagedauer und der gewünschten Flexibilität. Wer sich unsicher ist, findet in unserem Ratgeber „Tagesgeld oder Festgeld: Was ist besser?“ eine Entscheidungshilfe mit allen Vor- und Nachteilen im Überblick.
Weitere Zinserhöhungen im Juli
Am 2. Juli haben die Opel Bank, Hanseatic Bank und weitere Anbieter die Zinsen erhöht. Schon am 17. Juni hat die EZB den Leitzins von 2,0 Prozent auf 2,25 Prozent angehoben. Einige Banken hatten schon im Vorfeld in Erwartung der Zinswende ihre Zinsen aufs Tagesgeld und Festgeld erhöht. Andere ließen sich mehr Zeit und zogen nach. Das gilt auch für die jüngsten Zinsaktionen.
Beim Tagesgeld liegen die höchsten Zinssätze in unserem Tagesgeld-Vergleich derzeit bei bis zu 4,05 Prozent p.a. Detaillierte Informationen zu den vier besten Angeboten finden Sie auch in einem separaten Artikel. Folgende Zinserhöhungen sind neu: Einen großen Sprung machen die Tagesgeld-Zinsen bei der BBVA, die ihr Angebot von 3,0 Prozent auf 3,5 Prozent p.a. für sechs Monate erhöht. Die Erträge gibt es hier aufs Girokonto und je nach Nutzung des Angebots ist ein Anschlusszins von bis zu 2,75 Prozent drin. Ebenfalls verbessert zeigen sich die Konditionen bei der Opel Bank: Hier geht es beim Tagesgeld-Angebot für neue Kundinnen und Kunden von 3,31 auf 3,42 Prozent p.a. für drei Monate rauf. Bestandskunden erhalten 1,35 Prozent Zinsen. Eine weitere Zinserhöhung gibt es beim Tagesgeldkonto der Targobank: Statt 2,8 Prozent beträgt der Aktionszins jetzt 3,25 Prozent p.a. für vier Monate. Danach fällt der Zinssatz aber stark ab auf nur 0,6 Prozent.
Festgeld-Zinserhöhungen im Überblick
Nicht nur beim Tagesgeld, sondern auch beim Festgeld und den Sparbriefen gab es einige Zinserhöhungen. In unserem Festgeld-Vergleich sind aktuell bis zu 3,5 Prozent Zinsen drin. Folgende Angebote sind neu: Beim Sparbrief der Hanseatic Bank sind jetzt bis zu 3,11 Prozent Zinsen möglich. Dieser Zinssatz gilt für eine Laufzeit von drei Jahren. Aber auch bei den Angeboten mit 2,96 Prozent für ein Jahr und 3,06 Prozent für zwei Jahre ist das Geldhaus aus Hamburg vorne mit dabei. Sparerinnen und Sparer müssen mindestens 2500 Euro anlegen. Die Kommunalkredit Invest bezahlt jetzt bei Festgeld-Laufzeiten von vier bis zehn Jahren 3,0 Prozent Zinsen p.a., wenn Sparer mindestens 10.000 Euro anlegen. Bei kleineren Summen fallen die Zinssätze geringer aus. Die J&T Direktbank bietet aktuell mit 3,5 Prozent für zehn Jahre die besten Zinsen fürs Festgeld. Geringfügig angehoben hat die Bank jetzt den Zinssatz für eine Laufzeit von einem Jahr: Statt 3,0 beträgt dieser jetzt 3,05 Prozent. Los geht es ab 1000 Euro.
Am 30. Juni startete die Postbank eine neue Tagesgeld-Aktion. Die Deutsche Bank-Tochter bietet 3,2 Prozent Zinsen p.a. für sechs Monate, an der neben neuen auch bestehende Kundinnen und Kunden teilnehmen können. Voraussetzung ist die Einzahlung neuen Geldes. Die Konditionen im Überblick: Aktionszinssatz: 3,2 Prozent p.a. für sechs Monate (15. August 2026 bis 14. Februar 2027), Basiszinssatz: 0,75 Prozent, Mindestbetrag: 2500 Euro, Maximalbetrag: 250.000 Euro, Zinsauszahlung: quartalsweise, Einlagensicherung: 100.000 Euro je Kunde / Deutschland. Als neues Geld gilt bei der Postbank alles, was nicht von Konten oder Depots der Deutsche Bank AG stammt.
Top-Tagesgeld-Angebote mit über 4 Prozent
Höhere Zinsen gibt es ebenfalls bei der VW Bank. Bei der deutschen Autobank erhalten neue Kundinnen und Kunden jetzt 3,1 Prozent p.a. für ein halbes Jahr. Anders als bei der Postbank beginnt die Verzinsung allerdings sofort und Mindestbetrag sowie Maximalbetrag entfallen. Bei den Zinsen können die beiden Angebote nicht ganz mit den Top-Tagesgeldkonten mithalten. Aktuell bieten vier Banken Zinssätze mit einer Vier vor dem Komma. Ganz vorn liegt die Bigbank mit 4,05 Prozent p.a. für vier Monate. 4,0 Prozent p.a. für sechs Monate gibt es bei der Norisbank bei Eröffnung eines Girokontos. Den gleichen Zinssatz bietet die Crédit Agricole bis zum 31. Januar 2027, ebenfalls mit kostenlosem Girokonto. Allerdings ist die Einlage auf 10.000 Euro begrenzt. Auf Nebenbedingungen verzichtet das Tagesgeldkonto von Chase mit 4,0 Prozent p.a. für vier Monate. Ein separater Artikel vergleicht die Angebote im Detail.
Laut einer Analyse von Barkow Consulting lagen die Zinsen bei den besten Tagesgeld-Angeboten noch nie so weit über dem Leitzins wie aktuell – allen voran bei der Bigbank, die derzeit mit 4,05 Prozent p.a. für vier Monate an der Spitze liegt. Diese Tagesgeld-Aktionen sind jetzt neu oder besser als vorher: Bigbank (4,05 Prozent p.a. für vier Monate, Anschlusszins: 2,25 Prozent), Crédit Agricole (4,0 Prozent p.a. bis 31. Januar 2027), Stellantis Bank (3,52 Prozent p.a. für drei Monate, Anschlusszins: 1,35 Prozent), Opel Bank (3,31 Prozent p.a. für drei Monate, Anschlusszins: 1,35 Prozent), Umweltbank (3,0 Prozent p.a. für drei Monate, 1,75 Prozent p.a. für weitere drei Monate, Anschlusszins: 0,75 Prozent), Trade Republic (2,25 Prozent p.a. variable Zinsen für Neu- und Bestandskunden), Commerzbank (2,25 Prozent p.a. für bis zu ein Jahr für neues Geld), J&T Direktbank (2,0 Prozent p.a. variable Zinsen für Neu- und Bestandskunden).
Festgeld-Top-Angebote im Juli
Auch beim Festgeld haben einige Banken die Konditionen verbessert. Die folgende Übersicht nennt jeweils den aktuell höchsten Zinssatz mit der entsprechenden Laufzeit. Die besten Angebote gibt es derzeit bei mittleren bis langen Anlagezeiträumen: Hamburg Direct Bank (3,0 Prozent für fünf Jahre), Klarna (3,0 Prozent für vier Jahre), Stellantis Bank (3,1 Prozent für zwei Jahre), Hoistspar (3,11 Prozent für zwei Jahre), Hanseatic Bank (3,0 Prozent für zwei Jahre), Opel Direktbank (3,1 Prozent für zwei Jahre).
Am 22. Juni setzte sich die Bigbank bei den Tagesgeld-Angeboten an die Spitze. 4,05 Prozent p.a. für vier Monate erhalten neue Kundinnen und Kunden beim estnischen Geldhaus. Das Tagesgeldkonto der Bigbank im Überblick: Zinssatz Neukunden: 4,05 Prozent p.a. für vier Monate, Basiszinssatz: 2,25 Prozent, Maximalbetrag: 250.000 Euro, Zinsauszahlung: jährlich zum 31. Dezember, Einlagensicherung: 100.000 Euro je Kunde / Estland. Sparerinnen und Sparer sollten allerdings beachten, dass die Bigbank die Zinsen brutto auszahlt, also ohne Abzug von Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Kundinnen und Kunden müssen die Erträge über die Anlage KAP der Steuererklärung versteuern.
Am 18. Juni erhöhte die Commerzbank die Zinsen für ihr Topzinskonto Plus auf 2,25 Prozent p.a. für bis zu ein Jahr. Bislang erhielten neue Kundinnen und Kunden 1,7 Prozent. Die Konditionen: Zinssatz: 2,25 Prozent p.a. für bis zu ein Jahr, Basiszinssatz: 0,75 Prozent, Maximalbetrag: eine Million Euro, Zinsauszahlung: vierteljährlich, Einlagensicherung: 100.000 Euro je Kunde / Deutschland. Ein Pluspunkt bei der Commerzbank ist die deutsche Einlagensicherung, die als besonders sicher gilt.
Trade Republic und Crédit Agricole mit neuen Zinsen
Am 17. Juni wurde die bereits angekündigte Anhebung der Zinsen bei Trade Republic wirksam. Kundinnen und Kunden erhalten jetzt 2,25 statt 2,0 Prozent auf nicht investiertes Guthaben. Die aktuellen Konditionen: Zinssatz: 2,25 Prozent p.a., Maximalbetrag: unbegrenzt, Zinsauszahlung: monatlich, Einlagensicherung: Verteilung auf Banken mit Einlagensicherung bis 100.000 Euro und Geldmarktfonds. Sparer sollten beachten, dass sich Trade Republic vorbehält, Teile des Kapitals in Geldmarktfonds zu investieren.
Am 15. Juni bot die Crédit Agricole 4,0 Prozent Tagesgeld-Zinsen mit einer Zinsgarantie bis zum 31. Januar 2027 – bei einer sofortigen Kontoeröffnung also mehr als sieben Monate. Das übertrifft die Zinsgarantien der Norisbank und von Chase von sechs beziehungsweise vier Monaten deutlich. Wie hoch der Anschlusszins ist, entscheidet die Bank dann auf Basis der aktuellen Marktsituation. Allerdings müssen Kundinnen und Kunden zunächst ein Girokonto bei der Bank eröffnen, auf das sie das Geld überweisen. Die Bank zahlt Zinsen brutto aus, und das Angebot ist auf Beträge bis 10.000 Euro begrenzt.
Bereits am 11. Juni waren die Zinsen für Sparprodukte gestiegen. Laut einer Erhebung des Verbraucherportals Verivox betrug der durchschnittliche Zins für ein Festgeld mit zwei Jahren Laufzeit damals etwa 2,34 Prozent – 0,07 Prozentpunkte mehr als im Mai. Beim Tagesgeld lag der Durchschnittszins für Bestandskunden bei 1,34 Prozent. „Aufgrund der schon lange sehr niedrigen Tagesgeldzinsen bei Sparkassen und Volksbanken dürften viele Kunden ihre Ersparnisse in der Vergangenheit zu Banken mit höheren Zinsen abgezogen haben“, sagt Oliver Maier von Verivox. „Nun würden einige der Banken versuchen, abgeflossene Gelder mit hohen Aktionszinsen zurückzugewinnen.“



