Nancy Plaßmann wird Chefin der Berliner Sparkasse ab Juli 2027
Nancy Plaßmann wird Chefin der Berliner Sparkasse

Die Berliner Sparkasse bekommt erstmals eine Vorstandschefin: Nancy Plaßmann wird zum 1. Juli 2027 den Vorsitz übernehmen. Die 47-Jährige ist derzeit im Vorstand für das Privat- und Firmenkundengeschäft zuständig. Sie tritt die Nachfolge von Johannes Evers an, der die Sparkasse 17 Jahre lang geführt hat und mit 65 Jahren in den Ruhestand geht.

Rekord für Frauen in Sparkassen-Führung

Die Berliner Sparkasse ist mit einer Bilanzsumme von 45 Milliarden Euro die zweitgrößte Sparkasse Deutschlands – nur die Hamburger Sparkasse ist größer. Bislang wird keine der zehn größten Sparkassen von einer Frau geleitet. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bestätigte, dass die Berliner Sparkasse damit die größte Sparkasse mit einer Vorstandschefin sein wird.

Plaßmann arbeitet seit 25 Jahren für die Sparkassen-Finanzgruppe. Im Jahr 2018 stieg sie in den Vorstand der Sparkasse Osnabrück auf. Seit Herbst 2023 gehört sie dem Vorstand der Berliner Sparkasse an.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Frauenanteil in Sparkassen-Vorständen noch gering

Der Frauenanteil in den Vorständen der 339 Sparkassen liegt laut Analysehaus Barkow Consulting bei gut zehn Prozent. Konkret sind demnach 85 von insgesamt 836 Vorstandsmitgliedern weiblich. Der DSGV hatte sich eine Zielquote von zehn Prozent für das Jahr 2027 gesetzt. „Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch längst nicht da, wo wir sein sollten“, hieß es kürzlich vom DSGV.

Noch niedriger ist der Anteil an der Spitze: Nur 19 Sparkassen – sechs Prozent – werden von einer Frau geführt. Das ist besonders auffällig, da die Beschäftigten in der Bankenbranche mehrheitlich weiblich sind. Laut Bundesagentur für Arbeit liegt der Frauenanteil bei allen Banken bei 57 Prozent, im Sparkassensektor sogar bei über 60 Prozent.

Vergleich mit Genossenschaftsbanken

Auch bei den Genossenschaftsbanken ist der Frauenanteil in den Vorständen niedrig: Ende 2025 betrug er lediglich 6,2 Prozent, wie der Lobbyverband BVR mitteilt. „Wir sind noch lange nicht am Ziel“, heißt es vom BVR. Unter allen Beschäftigten sind 58 Prozent Frauen. Der BVR zeigt sich unzufrieden und spricht von „überholten Denkmustern“.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration