US-Notenbank trotzt Ölpreisschock und hält Zinsen stabil
Die Federal Reserve hat sich erneut gegen eine Änderung des Leitzinses entschieden und damit die zweite Pause in Folge eingelegt. Der geldpolitische Schlüsselsatz verbleibt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent, wie die US-Notenbank am Mittwoch in Washington bekanntgab. Diese Entscheidung fällt in einer angespannten wirtschaftlichen Lage, die maßgeblich durch den Nahost-Konflikt geprägt ist.
Inflationssorgen durch Ölpreisexplosion
Im Zuge des Irankrieges treiben Versorgungsängste die Ölpreise aktuell in die Höhe und lösen damit erhebliche Inflationsbefürchtungen aus. Die Spritpreise in den USA haben bereits kräftig angezogen und drohen, die allgemeine Teuerungsrate weiter anzuheizen. Trotz dieser besorgniserregenden Entwicklung und wiederholter öffentlicher Aufforderungen von US-Präsident Donald Trump an Fed-Chef Jerome Powell, die Zinsen zu senken, blieben die unabhängigen Währungshüter bei ihrem Kurs.
Zinssenkungen vorerst vom Tisch
Aktienanleger und Ökonomen bewerten die Situation zunehmend skeptisch. „Eine Zinssenkung ist vorerst faktisch vom Tisch“, erklärt die Ökonomin Lena Dräger vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Die Wahrscheinlichkeit für sinkende US-Zinsen in diesem Jahr schwindet angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken deutlich. Stattdessen hat sich das Risikoprofil verschoben: Sollte der Ölpreisschock anhalten oder sich sogar noch verstärken, wäre laut Expertin Dräger „selbst eine erneute Straffung der Geldpolitik nicht mehr auszuschließen“.
Die aktuelle Entscheidung markiert eine deutliche Wende im geldpolitischen Kurs der Fed. Nachdem die Notenbank im vergangenen Jahr die Zinsen noch dreimal gesenkt hatte, signalisiert die nun zweite Pause in Folge eine Phase der behutsamen Beobachtung und Vorsicht. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahost-Konflikts und deren Einfluss auf die globale Energiemärkte bleiben damit der bestimmende Faktor für die kommenden geldpolitischen Entscheidungen in Washington.



