Geld arbeiten zu lassen, um monatlich zusätzliches Einkommen zu erzielen – das ist mit Anleihen möglich. Denn anders als bei Aktien oder Gold können Anleger bei Anleihen zwischenzeitliche Kursschwankungen ignorieren, sofern sie bis zur Fälligkeit halten. Mit Laufzeitfonds, auch als Target-Maturity-ETFs bekannt, lässt sich ein Anleihe-Portfolio zusammenstellen, das regelmäßige Einnahmen bringt – bis zu acht Mal im Jahr Zinsen.
Was sind Laufzeitfonds und wie funktionieren sie?
Laufzeitfonds bündeln Anleihen mit ähnlichen Laufzeiten, beispielsweise bis 2026 oder 2028. Sie werden wie ein klassischer ETF gehandelt, haben aber ein festes Enddatum. Bis dahin schütten sie die Zinserträge aus den enthaltenen Anleihen aus. Da die Fonds die Anleihen bis zur Fälligkeit halten, sind Kursschwankungen während der Laufzeit für den Anleger irrelevant – am Ende erhalten sie den Nennwert zurück. Das Risiko beschränkt sich im Wesentlichen auf das Ausfallrisiko der Emittenten.
Vorteile gegenüber einzelnen Anleihen
Der Kauf einzelner Anleihen erfordert oft hohe Mindestanlagesummen und eine genaue Auswahl. Laufzeitfonds bieten eine breite Streuung über viele Emittenten und Laufzeiten, was das Risiko reduziert. Zudem sind sie bereits ab kleinen Beträgen handelbar. Die laufenden Kosten sind mit etwa 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr vergleichsweise niedrig.
Beispiele für Anleihe-ETFs mit regelmäßigen Ausschüttungen
Ein bekannter Anbieter ist iShares mit seinen iBonds-Serien. Der iShares iBond Dec 2027 Term EUR Corporate Bond UCITS ETF (ISIN: IE000RZ4V8L6) investiert in Unternehmensanleihen mit Fälligkeit 2027 und schüttet vierteljährlich Zinsen aus. Ein weiterer ist der Xtrackers II Eurozone Government Bond 2026 UCITS ETF (ISIN: LU0290355717), der in Staatsanleihen der Eurozone investiert und halbjährlich Zinsen zahlt. Anleger erhalten so bis zu acht Zinszahlungen pro Jahr, wenn sie mehrere Fonds mit unterschiedlichen Ausschüttungsterminen kombinieren.
Risiken und Hinweise
Das Hauptrisiko bei Laufzeitfonds ist das Bonitätsrisiko der Emittenten. Bei Staatsanleihen ist es geringer als bei Unternehmensanleihen, aber auch hier gibt es Unterschiede. Zudem unterliegen die Fonds einem Zinsänderungsrisiko: Steigen die Zinsen, fallen die Kurse der Anleihen, was sich in der Fondskursentwicklung zeigt. Da der Fonds jedoch bis zur Fälligkeit hält, gleicht sich dies am Ende aus. Wichtig ist, dass Anleger den Fonds bis zum Laufzeitende halten, sonst realisieren sie mögliche Verluste.
Fazit
Laufzeitfonds eignen sich für Anleger, die ein regelmäßiges passives Einkommen anstreben und bereit sind, ihr Kapital für einen bestimmten Zeitraum zu binden. Sie bieten eine transparente und kostengünstige Möglichkeit, in Anleihen zu investieren, ohne sich um Kursschwankungen kümmern zu müssen. Die Auswahl an ETFs ist mittlerweile groß, sodass sich für jede Risikoneigung und Laufzeit ein passendes Produkt finden lässt.



