Berlin. Ein schnellerer Ausbau von Batteriespeichern könnte das deutsche Stromsystem einer Studie zufolge um fast vier Milliarden Euro pro Jahr entlasten. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE).
Studie: 20 Gigawattstunden zusätzliche Speicher hätten Milliarden gespart
Demnach hätten 20 Gigawattstunden zusätzliche Speicherleistung und vier Stunden Speicherkapazität im Zeitraum von Januar 2025 bis Ende Mai 2026 Einsparungen von 5,6 Milliarden Euro ermöglicht. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung unter anderem vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).
Hintergrund ist der steigende Anteil erneuerbarer Energien, die sich nicht zeitlich steuern lassen. Im ersten Halbjahr 2026 deckten sie nach Angaben des Branchenverbands BDEW und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) einen Rekordanteil von 58 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland.
Negative Strompreise durch Überschuss an Wind- und Solarstrom
Der hohe Anteil von Wind- und Solarstrom führt jedoch immer häufiger zu sehr niedrigen oder negativen Preisen an der Börse, wenn die Erzeugung die Nachfrage übersteigt. Dies könnte durch Speicher abgefedert werden, die den Strom zu einem späteren Zeitpunkt einspeisen.
Zusätzliche Speicher könnten laut der Fraunhofer-Analyse die negativen Börsenstrompreise um fast 70 Prozent senken. „Speicher sind ein Sparprogramm für Stromkunden und Bundeshaushalt“, erklärte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser. Die Politik müsse den Ausbau von Speichern und Flexibilität jetzt schneller ermöglichen. Der Verband forderte unter anderem beschleunigte Netzanschlussverfahren.
Forderung nach beschleunigten Netzanschlussverfahren
Die Bundesnetzagentur hatte kürzlich ein Privileg für Batteriespeicher nicht vorzeitig aufgehoben. Der BEE sieht hier weiteren Handlungsbedarf, um die Speicherkapazitäten rasch zu erhöhen und die Stromkosten zu senken.



