Bayerns Gasspeicher auf historischem Tiefstand: Grüne fordern Transparenz von Aiwanger
Bayerns Gasspeicher auf historischem Tiefstand

Bayerns Gasspeicher erreichen besorgniserregende Tiefststände

Die bayerischen Gasspeicher sind zum Ende des Winters 2026 auf einem historischen Tiefstand angelangt. Mit Füllständen, die deutlich unter denen der Vorjahre liegen, wächst die Abhängigkeit von teuren Flüssiggasimporten erheblich. Die Staatsregierung unter Ministerpräsident Markus Söder hält sich mit öffentlichen Stellungnahmen bisher bedeckt, doch von oppositionellen Seiten regt sich bereits deutliche Kritik.

Grüne fordern umfassenden Bericht von Wirtschaftsminister Aiwanger

Die Landtagsfraktion der Grünen hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger aufgefordert, im bayerischen Landtag einen detaillierten Bericht zur aktuellen Situation vorzulegen. Martin Stümpfig, energiepolitischer Sprecher der Fraktion, betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in München: „Wir benötigen dringend Transparenz über die Versorgungslage in Bayern. Zudem muss die Staatsregierung darlegen, welche konkreten Maßnahmen sie plant, um langfristig Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die kostspieligen Gasabhängigkeiten systematisch abzubauen.“

Alarmierende Zahlen: Füllstände deutlich unter Vorjahresniveau

Im bundesweiten Vergleich schneiden die bayerischen Erdgasspeicher besonders schlecht ab. Der durchschnittliche Füllstand liegt derzeit bei lediglich rund 20 Prozent, was erheblich unter den Werten der vergangenen Jahre liegt. Besonders dramatisch ist die Situation im Gasspeicher Wolfersberg, der Ende Januar bereits nur noch fünf Prozent Kapazität aufwies – ein Wert, der nahezu einem Leerstand entspricht. Zum Vergleich: Im Januar 2025 waren hier noch 30 Prozent vorhanden.

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Diese Daten gehen aus einer offiziellen Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Deutschen Bundestag hervor. Interessanterweise hatte die bayerische Staatsregierung, bestehend aus CSU und Freien Wählern, in früheren Jahren die Bundesregierung massiv für eine mangelnde Weitsicht in der Gasstrategie kritisiert. Aktuell ist von solchen Vorwürfen jedoch nichts zu vernehmen.

Kritik von mehreren Seiten: AfD wirft Untätigkeit vor

Nicht nur die Grünen zeigen sich besorgt. Auch die Alternative für Deutschland (AfD) hat massive Kritik an der CSU-geführten Landesregierung geäußert und ihr Untätigkeit vorgeworfen. Stümpfig von den Grünen ergänzte: „Statt entschlossen gegenzusteuern, fehlt es sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene an wirksamen Maßnahmen zur Stabilisierung der Situation.“ Er verwies insbesondere auf die Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026 durch die neue Bundesregierung, die ein zentrales Instrument zur Sicherung der Speicherbefüllung gewesen sei.

Bundeswirtschaftsministerin Reiche in der Kritik

Die Grünen machen zudem Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verantwortlich. Sie habe es versäumt, frühzeitig Gas einzukaufen und in die Speicher einzuspeisen, wie es unter der Vorgängerregierung üblich gewesen sei. „Sie hat auf günstigere Gaspreise gesetzt und dabei verloren“, so Stümpfig. Die Folge sei ein weiteres Leerlaufen der Gasspeicher und eine zunehmende Abhängigkeit von importiertem Flüssiggas (LNG), was im klaren Widerspruch zu den Zielen von Klimaschutz, Resilienz und echter Energieunabhängigkeit stehe.

Entspanntere Sichtweise von Netzagentur und Bundesministerium

Die Bundesnetzagentur sowie das Bundeswirtschaftsministerium sehen in den historisch niedrigen Füllständen hingegen keinen akuten Grund zur Besorgnis. Ihrer Ansicht nach gelangt weiterhin ausreichend Gas über Pipelines oder LNG-Terminals nach Deutschland. Neben der Frage, ob die vorhandenen Reserven für den Rest des Winters ausreichen, bestehen jedoch Sorgen, ob für den nächsten Winter genügend Gas eingelagert werden kann – und zu welchem Preis dies geschehen wird.

Die Debatte um die Energieversorgungssicherheit in Bayern und Deutschland bleibt somit hochaktuell und dürfte in den kommenden Monaten weiter an Schärfe gewinnen.

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