Nur wenige Tage vor dem Beginn der Frühjahrssaison am Mount Everest ist die Route zum Gipfel des höchsten Berges der Welt weiterhin versperrt. Ein gewaltiger Eisblock, ein sogenannter Serac, hat den Khumbu-Eisbruch blockiert, wie das nepalesische Tourismusministerium mitteilte. Normalerweise ist der Weg vom Basislager zum Lager 2 bereits Mitte April begehbar, doch in diesem Jahr suchen Spezialisten noch nach einer sicheren Umgehung.
Gefahr durch Serac-Einsturz
Der Khumbu-Eisbruch gilt als einer der gefährlichsten Abschnitte des Everest-Aufstiegs. Der Serac, ein aufgetürmter Eisblock, könnte jederzeit einstürzen und eine Lawine auslösen. „Wir arbeiten daran, eine Route zu finden, die nicht von einem Serac-Einsturz bedroht ist“, erklärte Ministeriumssprecher Himal Gautam. Die Verzögerung weckt Befürchtungen vor extremem Andrang und Staus, sobald der Weg frei ist.
Kurzes Zeitfenster für Gipfelstürme
Die Everest-Klettersaison konzentriert sich auf wenige Tage im Mai, wenn das Wetter am stabilsten ist und der Gletscher noch nicht zu stark abgeschmolzen ist. Dieses kurze Fenster führte bereits in der Vergangenheit zu tödlichen Staus in der sogenannten Todeszone, wo der Sauerstoffgehalt extrem niedrig ist. Bergsteiger müssen sich durch wiederholte Lagerwechsel akklimatisieren, was ohne Zugang zu Lager 2 nicht möglich ist.
Genehmigungen und Einnahmen
Trotz der Erhöhung der Genehmigungsgebühr von 11.000 auf 15.000 US-Dollar (rund 12.800 Euro) rechnen die Behörden mit einer ähnlich hohen Anzahl von Bergsteigern wie in den Vorjahren. Bis Freitag wurden bereits 410 Genehmigungen ausgestellt, weitere Anmeldungen werden bis Mitte Mai erwartet. „Die Einnahmen aus den Genehmigungen haben in dieser Saison bereits einen Rekordwert erreicht“, so Gautam.
Expeditionsveranstalter beschleunigen Arbeiten
Während einheimische Organisationen für die Instandsetzung der unteren Route zuständig sind, haben externe Expeditionsveranstalter begonnen, die oberen Abschnitte bis zum Gipfel mit Hilfe von Hubschraubern vorzubereiten, um den Prozess zu beschleunigen. Nepal beherbergt acht der vierzehn Achttausender der Welt und ist ein globales Zentrum für Höhenbergsteigen.



