Energiekrieg im Nahen Osten: Tankstellen-Wut erreicht bald die Supermärkte
Energiekrieg: Tankstellen-Wut erreicht Supermärkte

Energiekrieg im Nahen Osten eskaliert und treibt Preise

Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran hat eine neue, gefährliche Eskalationsstufe erreicht. Die israelische Luftwaffe griff am Mittwoch Anlagen des Erdgasfeldes »South Pars« an, das etwa 70 Prozent der iranischen Gasversorgung liefert. Die USA waren über diese Aktion vorab informiert. Gleichzeitig genehmigte die israelische Führung nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz die Tötung jedes ranghohen iranischen Vertreters.

Vergeltungsschläge treffen katarische Gaswirtschaft

Die iranischen Vergeltungsschläge ließen nicht lange auf sich warten. Katar meldete verheerende Raketenangriffe auf den Industriekomplex Ras Laffan, das zentrale Drehkreuz für Flüssiggasexporte des Landes. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate konnten zwar Raketen im Anflug auf ihre Öl- und Gasanlagen abfangen, doch die Situation bleibt äußerst angespannt.

Das iranische Regime scheint in seinem Überlebenskampf entschlossen, die gesamte Region mit in den Abgrund zu reißen und die Weltwirtschaft in eine tiefe Rezession zu stürzen. Gleichzeitig gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass die USA oder Israel an Friedensgesprächen interessiert wären. Von Tag zu Tag nehmen die Hemmungen in diesem Krieg ab, er mutiert zu einem selbstzerstörerischen Energiekrieg mit globalen Auswirkungen.

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Notenbanken reagieren nervös auf Inflationsrisiken

Noch vor wenigen Wochen wirkten die europäischen Notenbanker entspannt. Im Februar lag die Inflationsrate im Euroraum bei 1,9 Prozent, der Preisanstieg schien unter Kontrolle. Die Märkte gingen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) und die amerikanische Federal Reserve (Fed) im Laufe des Jahres die Leitzinsen senken würden.

Doch diese Erwartungen werden durch den Irankrieg zunichte gemacht. Die Fed gab bekannt, dass sie am aktuellen Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent festhält. Die EZB wird voraussichtlich ebenfalls ihren Leitzins bei 2 Prozent belassen. Die Zentralbanker sind nervös und wollen einen Inflationsschock unbedingt vermeiden.

Ölkrise lässt Lebensmittelpreise steigen

Die ökonomischen Folgen der kriegsbedingten Ölkrise sind bereits gravierend. Die stark gestiegenen Spritpreise sind wohl erst der Auftakt einer breiteren Preisspirale. Der gestiegene Ölpreis lässt die Kosten für Transportfahrten, Vorprodukte und Dünger klettern. Diese Kosten wirken sich wiederum auf die Preise für Lebensmittel, Maschinen und Haushaltsprodukte aus.

Was schon jetzt für Wut an der Tankstelle sorgt, wird mit Verzögerung auch im Supermarkt ankommen. Die Verbraucher müssen sich auf weiter steigende Preise im Alltag einstellen, während die wirtschaftliche Unsicherheit zunimmt.

Showdown in Brüssel: Orbán blockiert Ukraine-Hilfe

Wenn heute Vormittag in Brüssel die Staats- und Regierungschefs der EU zusammenkommen, möchte Bundeskanzler Friedrich Merz eigentlich über Europas Wettbewerbsfähigkeit sprechen. Doch die Tagesordnung wird von zwei anderen Themen beherrscht:

  • Der Nahostkrieg und die steigenden Energiepreise
  • Ungarns Blockade des 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine

Ministerpräsident Viktor Orbán verweigert die Zustimmung zur Auszahlung des Geldes, das die Ukraine unter anderem für Waffenkäufe zur Verteidigung gegen Russland benötigt. Erst wenn wieder Öllieferungen über die Druschba-Pipeline möglich sind, will Orbán dem Kredit und dem 20. Sanktionspaket gegen Russland zustimmen.

Die EU-Kommission hat angeboten, die Pipeline zu inspizieren, und die Ukraine hat eingewilligt. Heute wird sich zeigen, ob Orbán zum Kompromiss bereit ist oder den Konflikt lieber auf die Spitze treibt. Gleichzeitig kämpft der ungarische Ministerpräsident um seine Wiederwahl und nutzt die Blockadehaltung wohl auch für innenpolitische Zwecke.

Weitere Entwicklungen aus der Nacht

Die Slowakei reagiert mit drastischen Maßnahmen auf den Ölmangel, Weimar streicht Gelder für ein Bürgerbündnis gegen Rechts, und US-Notenbank-Chef Jerome Powell stellt sich gegen Donald Trumps Forderung nach seinem vorzeitigen Rücktritt. Die wirtschaftlichen und politischen Verwerfungen des Energiekriegs sind bereits in vielen Bereichen spürbar.

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