Großeinsatz im Saarland: Radioaktive Mineralien in St. Ingbert entdeckt
Großeinsatz: Radioaktive Mineralien in St. Ingbert

In St. Ingbert im Saarland sind Polizei und Spezialkräfte für Gefahrenstoffe zu einem Großeinsatz ausgerückt. Ein 24 Jahre alter Mann steht im Verdacht, unsachgemäß mit radioaktiven Mineralien umgegangen zu sein. Nach ersten Ermittlungen handelt es sich um natürlich vorkommendes Gesteinsmaterial, das eine natürliche Radioaktivität aufweist und möglicherweise mit Schwermetallen verunreinigt ist. Eine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht nach derzeitigem Kenntnisstand nicht, wie die Polizei mitteilte.

Kontrollierte Fahrzeugkontrolle und Wohnhausdurchsuchung

Die Polizei hatte Hinweise erhalten, dass der 24-Jährige das Material lagert und unsachgemäß damit umgeht. Daraufhin wurde der Mann in seinem Fahrzeug kontrolliert. Zunächst prüften die Beamten, ob er oder das Fahrzeug kontaminiert sind – das war nicht der Fall. Anschließend rückten die Einsatzkräfte zum Wohnhaus des Mannes in St. Ingbert an. Die genaue Lagerstelle im Gebäude wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Die Straße vor dem Wohnhaus war vollständig gesperrt, zahlreiche Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsorganisationen reihten sich aneinander. Die Stadt St. Ingbert riet auf ihrer Internetseite, den Bereich weiträumig zu umfahren. Auch der saarländische Innenminister Reinhold Jost (SPD) verschaffte sich ein Bild von der Lage vor Ort – und verteilte Eis an Einsatzkräfte und Anwohner.

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Menge und genaue Beschaffenheit noch unklar

Die Polizei prüft derzeit, um welches Material es sich genau handelt und welche Menge gefunden wurde. Danach soll das weitere Vorgehen beraten werden. Eine Festnahme gab es bislang nicht, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Sollten weitergehende Schutzmaßnahmen erforderlich werden, würden betroffene Personen unmittelbar informiert, kündigte die Landespolizeidirektion des Saarlandes an.

In einer Polizeimitteilung heißt es, bei mechanischer Verarbeitung des Gesteinsmaterials könnten sowohl Schwermetalle als auch radioaktive Partikel freigesetzt werden. Die dabei entstehenden Stäube bergen laut Polizei bei direktem ungeschütztem Kontakt ein Gesundheitsrisiko. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ machte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben.

Beteiligte Einheiten und Dauer des Einsatzes

An dem Einsatz sind neben der Polizei auch Feuerwehren, für Strahlenschutz zuständige Behörden sowie sogenannte CBRN-Einheiten beteiligt. Diese Spezialkräfte kommen bei Gefahren durch chemische, biologische, radiologische oder nukleare Stoffe zum Einsatz. Der Einsatz dürfte sich über eine längere Zeit hinziehen, sagte ein Polizeisprecher. Besorgte Bürgerinnen und Bürger können sich mit Fragen an das Umweltministerium in Saarbrücken wenden.

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