Henkell Freixenet: Klimawandel belastet, alkoholfreie Getränke boomen
Henkell Freixenet: Klimawandel belastet, alkoholfreie boomen

Die deutsch-spanische Sektkellerei Henkell Freixenet sieht sich mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Starkregen und Dürre in Spanien haben die Produktion des Schaumweins Cava beeinträchtigt. Zugleich setzt das Traditionsunternehmen auf alkoholfreie Getränke als Wachstumstreiber.

Klimawandel beeinträchtigt Cava-Produktion

Andreas Brokemper, Vorsitzender der Geschäftsführung, sprach am Hauptsitz in Wiesbaden von einer „Volatilität des Klimas“. Nach der Dürre in der Region Penedès in den Jahren 2023 und 2024 mit einer fatalen Traubenernte habe es zeitweise Starkregen gegeben. Zwar seien die Voraussetzungen für die nächste Traubenlese im Herbst 2026 vorerst gut. Doch wegen der jahrelangen Lagerung von Cava-Flaschen vor ihrem Verkauf werde sich dies erst längerfristig als Vorteil erweisen.

Neue Chancen in England

Henkell Freixenet setzt auf die Verschiebung des Weinbaus nach Norden. In Südengland erwarb das Unternehmen 2022 das Weingut Bolney Wine Estate in der Grafschaft Sussex. „Wir haben da viel investiert. Wir glauben, dass der dortige Kalksandsteinboden außerordentlich gut für die Schaumwein-Produktion ist“, erklärte Brokemper. Allerdings handle es sich nicht um riesige Dimensionen: „Ganz England hat nur knapp 5.000 Hektar Rebfläche. In Deutschland ist schon das Weinbaugebiet Rheingau rund 3.300 Hektar groß.“

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Alkoholfreie Getränke als Wachstumstreiber

Neben der „Trendkategorie“ Prosecco setzt Henkell Freixenet auf die steigende Nachfrage nach alkoholfreien Getränken, vor allem bei jüngeren Generationen. „Bewusster Alkoholkonsum ist kein Nischentrend mehr“, betonte Brokemper. Der Anteil alkoholfreier Getränke am Gesamtmarkt sei zwar noch gering, sie seien bei Henkell Freixenet aber ein „Wachstumstreiber“. Das Unternehmen verfolge eine „Spiegelstrategie“ mit alkoholfreien Varianten seiner bekannten Marken wie Mionetto und Freixenet.

Geschäftszahlen und Herausforderungen

2025 wuchs der Nettoumsatz von Henkell Freixenet ohne Sekt- und Branntweinsteuer um 0,5 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Brokemper hofft auch 2026 trotz Konsumflaute, US-Zöllen von derzeit 10 Prozent und Dollarschwäche auf ein Umsatzplus. In den USA ist das Unternehmen seit 2025 eine strategische Partnerschaft mit Korbel eingegangen, einem der ältesten Schaumweinhäuser Nordamerikas. Beim Gewinn hält sich die Sekt-, Wein- und Spirituosen-Sparte der Oetker Collection KG traditionell bedeckt, schrieb aber 2025 wieder schwarze Zahlen. Ein wichtiger Schritt war die vollständige Übernahme des spanischen Cava-Herstellers Freixenet, nachdem Henkell dort 2018 eingestiegen war.

Personalabbau und Internationalisierung

Henkell Freixenet hat seine Internationalisierung 2025 mit der Eröffnung neuer Landesgesellschaften in Kroatien, Irland und Argentinien vorangetrieben. Die Gesamtzahl der Beschäftigten sank jedoch infolge der Wetterkapriolen in Spanien von 2024 auf 2025 um gut 100 auf rund 3.400.

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