Die Präsidentin der Humboldt-Universität (HU) Berlin, Julia von Blumenthal, schlägt im Streit um den Sanierungsstau scharfe Töne an. Sie fordert vom Land Berlin eine Entschädigung in Höhe von 140 Millionen Euro. Grund sind die jahrelangen Verzögerungen bei der Sanierung des Lehrgebäudes an der Ecke Chausseestraße/Invalidenstraße in Berlin-Mitte, das seit Jahren leer steht und zunehmend verfällt.
Lehrgebäude aus DDR-Zeiten verfällt
Das Gebäude, das in den 1980er Jahren in der DDR errichtet wurde und damals als hochmodern galt, ist heute eine der wenigen heruntergekommenen Immobilien in Berlin-Mitte. Die Fassade bröckelt, Platten drohen auf die Straße zu stürzen. Seit Jahren wartet die HU auf eine Sanierung, die immer wieder verschoben wurde. In der Zwischenzeit muss die Universität Ersatzräume anmieten, was zusätzliche Kosten verursacht.
Konfrontationskurs der Präsidentin
Julia von Blumenthal geht nun auf Konfrontationskurs zum Senat. „Wir können nicht länger hinnehmen, dass unsere Studierenden und Lehrenden in provisorischen Räumen untergebracht werden, während unsere eigenen Häuser verrotten“, sagte sie dem Tagesspiegel. Die geforderten 140 Millionen Euro sollen die Mietkosten der letzten Jahre sowie die entgangene Nutzung des Gebäudes abdecken. Die HU hatte zuvor bereits mehrfach auf den Sanierungsstau hingewiesen, jedoch ohne Erfolg.
Land Berlin in der Verantwortung
Das Land Berlin ist als Eigentümer der meisten Hochschulgebäude für deren Instandhaltung zuständig. Laut einem Bericht des Landesrechnungshofs beträgt der Sanierungsstau an den Berliner Hochschulen insgesamt über eine Milliarde Euro. Die HU ist besonders betroffen: Rund 30 Prozent ihrer Flächen sind sanierungsbedürftig. Die Präsidentin fordert nun nicht nur Geld, sondern auch einen verbindlichen Zeitplan für die Sanierung. „Es reicht mit dem Sanierungsstau“, so von Blumenthal. „Wir brauchen jetzt Taten, nicht nur Versprechungen.“



