Iran droht mit Beschuss von Frachtschiffen: Ölpreise steigen dritten Tag in Folge
Iran droht Schiffen: Ölpreise steigen weiter

Iran droht mit Beschuss von Frachtschiffen: Ölpreise steigen dritten Tag in Folge

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu. Iran droht damit, auf jedes Schiff zu feuern, das versucht, die strategisch wichtige Straße von Hormus zu durchfahren. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Revolutionsgarden erklärte laut iranischen Medien, die Meerenge sei geschlossen. Diese Drohungen haben unmittelbare Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt.

Ölpreise erreichen neue Höchststände

Die Ölpreise sind bereits den dritten Tag in Folge gestiegen. Die Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich am Dienstag um 1,4 Prozent auf 78,83 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI legte um ein Prozent auf 71,97 Dollar zu. Analysten rechnen in den kommenden Tagen mit weiter steigenden Preisen.

Die Investmentbank Bernstein hob ihre Brent-Prognose für 2026 von 65 auf 80 Dollar an und sieht im Extremfall eines längeren Konflikts sogar 120 bis 150 Dollar. Am Montag hatte Brent zeitweise um bis zu 13 Prozent zugelegt und bei 82,37 Dollar den höchsten Stand seit Januar erreicht, bevor sich die Gewinne auf 5,5 Prozent reduzierten.

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Kritische Lage in der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem offenen Indischen Ozean verbindet, ist ein kritischer Korridor für den globalen Energiemarkt. Rund ein Viertel des weltweit verschifften Rohöls und etwa ein Fünftel der globalen Flüssigerdgastransporte müssen durch diese Meerenge hindurch.

Versicherer haben bereits ihre Deckung für Schiffe in der Region gestrichen. Der unter honduranischer Flagge fahrende Tanker »Athe Nova« brenne nach einem Drohnenangriff, meldeten iranische Nachrichtenagenturen. Parallel dazu musste Saudi-Arabien nach einem Drohnenangriff seine größte Raffinerie schließen.

Deutsche Verbraucher spüren die Auswirkungen

Der Konflikt macht sich auch an deutschen Tankstellen bemerkbar. Am Montag stiegen die Preise kräftig, nachdem sie bereits übers Wochenende leicht zugelegt hatten. Laut ADAC war Superbenzin der Sorte E10 am Montagnachmittag um 7,3 Cent teurer als zum gleichen Zeitpunkt am Freitag, dem letzten Tag vor der Eskalation. Bei Diesel waren es sogar 8,1 Cent.

Schon am Sonntag hatten die Kraftstoffe im bundesweiten Tagesdurchschnitt die höchsten Werte seit dem Frühjahr 2024 erreicht. »Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten«, sagte ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer.

Heizölpreise explodieren

Auch Heizöl wurde deutlich teurer. Das Internetportal Heizoel24 gab den Preis am Montagvormittag zwischenzeitlich mit mehr als 120 Euro pro 100 Litern an, später sank dieser Wert auf rund 118 Euro. Noch am Freitag hatten die Preise deutlich unter 100 Euro gelegen. Parallel zum Anstieg verzeichnete die Seite eine hohe Nachfrage.

Die US-Dieselpreise erreichten ein Zweijahreshoch, europäisches Gasöl verteuerte sich um 2,7 Prozent. Mittelfristig gebe es aber – sofern sich die Lage am Golf wieder beruhigen sollte – Hoffnung auf gemäßigtere Preise, da das Ölkartell Opec+ angekündigt hat, die Fördermengen zu erhöhen.

Versorgung in Deutschland gesichert

Der für die Raffinerien und Markentankstellen zuständige Wirtschaftsverband Fuels und Energie betonte, die Märkte in Deutschland für Benzin, Diesel und weitere Produkte wie Heizöl und Flugkraftstoff seien weiter intakt. Die Versorgung sei gesichert, da Rohöl aus rund 30 Ländern nach Deutschland komme.

Hauptlieferländer seien Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien. Schnelle Besserung sei aber nicht in Sicht: »Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger«, sagte der ADAC-Experte. Er rät zum Tanken in den Abendstunden – dann ist Sprit in der Regel günstiger als am Morgen.

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