Neues Großprojekt für Ueckermünde: Kurklinik könnte jährlich tausende Gäste bringen
Nach jahrelangen Diskussionen über den Bau einer Reha-Klinik am Kanalweg könnte in Ueckermünde nun ein anderes Großprojekt Realität werden. Die Stadtverwaltung und Stadtvertreter verhandeln aktuell mit dem Kölner Kurklinik-Betreiber Rehasan über den Bau einer neuen Kurklinik, die der Stadt jährlich bis zu 120.000 Übernachtungen bringen könnte.
Stadtvertreter drängen auf schnelle Entscheidung
In der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter am 19. März stellte sich der Betreiber Rehasan mit seinen Plänen vor. Das Unternehmen betreibt bereits sieben Kliniken in Deutschland, darunter vier Mutter-/Vater-Kind-Kliniken und drei Rehabilitationseinrichtungen. Bürgermeister Jürgen Kliewe betonte die Dringlichkeit: „Es gibt Konsens unter den Stadtvertretern, wenn wir ein so großes Unternehmen am Haken haben, wollen wir es nicht von der Angel lassen.“
Die Stadtvertretung plant nun einen Grundsatzbeschluss, der die Verwaltung beauftragt, geeignete Grundstücke mit einer Fläche von mindestens 20.000 Quadratmetern zu prüfen und vorzustellen. Zuvor hatte es Kritik gegeben, da sich das Unternehmen nur im nichtöffentlichen Hauptausschuss vorgestellt hatte. Fraktionen wie Bürgerbund, BfVG und AfD hatten daraufhin einen Antrag für eine öffentliche Vorstellung gestellt.
Vom Reha-Projekt zur Kurklinik
Ursprünglich hatte das Ameos-Klinikum über Jahre Interesse am Bau einer Reha-Klinik am Kanalweg signalisiert. Stadt und Ameos hatten das ehemalige Gelände des Berufsförderungswerks dafür auserkoren. Nach einer Absage von Ameos suchte Bürgermeister Kliewe Anfang 2025 aktiv nach neuen Interessenten und fragte bei acht Betreibern von Kur- und Reha-Kliniken an.
Von den acht angefragten Betreibern gab es zwei positive Rückmeldungen. Während ein Betreiber nicht selbst bauen wollte, zeigte sich Rehasan sehr interessiert. Allerdings erwies sich das Gelände am Kanalweg als ungeeignet – sowohl die Fläche als auch die Einfahrtbreite von 3,50 Metern waren nach Ansicht des Betreibers zu klein für eine Erschließung.
Details zum geplanten Projekt
Rehasan plant in Ueckermünde eine Einrichtung für Familiengesundheit, die vor allem Vorsorgekuren für Mütter und Väter mit ihren Kindern anbieten soll. Die geplante Klinik würde wahrscheinlich 120 bis 160 Apartments umfassen und könnte jährlich etwa 10.000 Patienten behandeln. Mit den geplanten Mutter-/Vater-Kind-Kuren rechnet der Betreiber mit einer Auslastung von nahezu 100 Prozent.
Laut einer Sprecherin von Rehasan ist Ueckermünde aufgrund der touristischen Attraktivität und der guten Anbindung an den Großraum Berlin für eine mögliche Standortentwicklung besonders interessant. Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, die die Errichtung und den Betrieb der Einrichtung untersucht.
Standortsuche und wirtschaftliche Bedeutung
Die Stadtverwaltung prüft nun alternative Standorte für das Projekt. Nach Informationen des Nordkurier kommen ein Areal südlich der Lagunenstadt oder die Wiese zwischen Fischereihafen und Industriehafen Berndshof in Frage.
Die Stadt geht davon aus, dass ein derartiges Projekt eine nachhaltige Wirkung auf die positive Entwicklung des Seebades haben wird. In der Beschlussvorlage für die Stadtvertreter heißt es: „Die Stadt geht davon aus, dass ein derartiges Projekt eine nachhaltige Wirkung auf eine positive Entwicklung des Seebades hat.“ Deshalb sollen die Stadtvertreter dem Interessenten signalisieren, dass er in Ueckermünde willkommen ist und die Stadt bereit ist, ein geeignetes Grundstück zu finden.
Mit den zusätzlichen 100.000 bis 120.000 Übernachtungen pro Jahr würde das Projekt nicht nur das Gesundheitsangebot in der Region erweitern, sondern auch einen erheblichen wirtschaftlichen Impuls für die Stadt und die gesamte Region bringen.



