Kaarßen: Biogasanlage ermöglicht Nahwärmenetz und Freibad-Traum
Kaarßen träumt von Nahwärme und Freibad

Seit 20 Jahren prägt eine riesige Biogasanlage das Ortsbild von Kaarßen. Jetzt steht sie vor Veränderungen, von denen viele profitieren könnten. Die Agrarenergie Kaarßen GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der bioconstruct-Gruppe, betreibt seit 2005 eine große Biogasanlage direkt neben einer Milchviehanlage. Bisher nahmen die Dorfbewohner die Anlage vor allem durch zahlreiche Transporte von Gülle, Mais und anderen Rohstoffen wahr. Doch nun könnte die Biogasanlage noch stärker in den Alltag der Kaarßener integriert werden.

Wegfall der EEG-Förderung als Chance

Mit dem Auslaufen der EEG-Förderung suchen die Betreiber nach neuen Wegen, die Anlage profitabel zu halten. Ihre Idee: Die bei der Biogasproduktion anfallende Wärme, die bisher ein Abfallprodukt war, den Dorfbewohnern zur Verfügung zu stellen. Ein neues Wärmenetz für alle Kaarßener soll entstehen. Die Idee stößt auf großes Interesse.

Die erste Vorstellung des Wärmenetzes fand im Ort großen Anklang. Die Fakten klingen fast zu schön, um wahr zu sein: Wer angeschlossen wird, muss sich keine Sorgen mehr um eine klimaneutrale Heizung machen. Die Wärmeleitungen werden vom Unternehmen bis ins Haus verlegt, und der passende Anschluss für das vorhandene Heizsystem wird ebenfalls installiert. Angesichts der aktuellen Diskussionen um die Zukunft des Heizens erscheint das wie ein Sechser im Lotto – ohne erkennbaren Haken.

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Biogas vor der Tür bedeutet Unabhängigkeit

Die Betreiber berichten von guten Erfahrungen mit ähnlichen Netzen, etwa in Redefin. Auch die Gemeinde Amt Neuhaus, zu der Kaarßen gehört, äußert sich positiv über die bisherigen Erfahrungen mit solchen Wärmenetzen.

Allerdings ist die Umsetzung nicht ganz einfach. Die Betreiber benötigen eine ausreichende Anzahl von Interessenten, damit sich die Installation lohnt. Dazu gehören nicht nur das Verlegen von Leitungen, sondern auch der Bau einer speziellen Anlage. Zudem hängt das Projekt von zahlreichen Genehmigungen ab, darunter die Erlaubnis, den ebenfalls produzierten Strom ins Netz einspeisen zu dürfen. Das Konstrukt ist eine Mischkalkulation, bei der viele Faktoren zusammenspielen müssen.

Gibt es in Kaarßen bald ein Schwimmbad?

Wenn alles funktioniert, winken große Vorteile. Die Betreiber verweisen auf ein Beispiel, bei dem eine solche Anlage so viel Wärme liefert, dass sogar das örtliche Freibad im Sommer beheizt werden kann. In Kaarßen wirft das nicht nur die Frage auf, wann das Netz startet, sondern auch, wo die Gemeinde ein Schwimmbad errichten könnte – wenn auch mit einem Augenzwinkern.

Fest steht: Die Zeit scheint gekommen, dass Kaarßen von der Biogasanlage nicht nur durch Traktoren und Landmaschinen profitiert, sondern auch auf andere Weise.

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