Kupferkabel-Diebstahl in Solarparks: Organisierte Banden plündern erneuerbare Energieanlagen
Im Landkreis Ludwigslust-Parchim häufen sich spektakuläre Diebstähle von Kupferkabeln aus Solarparks. Zuletzt wurden 90 Kilometer Kabel gestohlen, was zu erheblichen Ertragsverlusten führte. Die Polizei geht von organisierten Banden aus, die systematisch vorgehen.
Goldgräberstimmung mit dunklen Schatten
Sonne und Wind sorgen derzeit für eine regelrechte Goldgräberstimmung bei Investoren in erneuerbare Energien. Überall entstehen neue Solar- und Windparks, doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Neben berechtigten Bedenken von Anwohnern machen sich zunehmend kriminelle Elemente breit, die illegal ihren Anteil am lukrativen Energiemarkt abschöpfen wollen. Die Diebstähle nehmen alarmierende Ausmaße an und entwickeln sich zu einem ernsthaften Problem für die Energiewende.
Spektakulärer Kupferklau an der A24
Ein besonders dreister Fall ereignete sich im Dezember 2025 an der Autobahn 24. Unbekannte Täter stahlen aus einem Solarpark ganze 90 Kilometer Kupferkabel. „Das passt nicht in einen Kleinwagen und es ist auch keine spontane Entscheidung gewesen“, erklärt eine Sprecherin der Polizeiinspektion Ludwigslust. Die Ermittler gehen davon aus, dass hier organisierte Banden am Werk sind, die ihre Diebstähle minutiös planen und durchführen.
Interessanterweise gruben die Diebe keine Erdkabel aus, sondern entwendeten spezielle Verbindungskabel, die die Solarmodule untereinander vernetzen. Diese Kupferkabel sind besonders wertvoll und leicht zu transportieren, was sie zu einem attraktiven Ziel für Metall-Diebe macht.
Solarpark mit beeindruckender Leistung
Der betroffene Solarpark befindet sich auf einer eingeschränkt nutzbaren Fläche unterhalb einer Hochspannungsleitung zwischen Autobahn und Kiesgrube in der Gemeinde Lüttow-Valluhn. Der Öko-Energieversorger „naturstrom“ errichtete die Anlage im Frühjahr 2022. Mit einer Leistung von 14,4 Megawatt erzeugt der Solarpark jährlich etwa 13.400 Megawattstunden sauberen Strom – genug, um rund 4300 Drei-Personen-Haushalte zu versorgen.
Spürbare Auswirkungen auf die Energieerzeugung
Der Kabeldiebstahl hatte unmittelbare Konsequenzen für die Energieproduktion. „Temporär hatte der Solarpark eine geringere Leistung mit Ertragsverlusten“, bestätigen Verantwortliche. Erst nachdem die gestohlenen Kabel ersetzt wurden, konnte die Anlage wieder ihre volle Leistung erbringen. Die finanziellen Schäden durch die Diebstähle und die anschließenden Reparaturarbeiten sind beträchtlich.
Autobahnlage als Fluch und Segen
Die Lage an der Autobahn erweist sich für Solarparks als zweischneidiges Schwert. Einerseits bieten solche Flächen Vorteile, da Proteste von Anwohnern weniger wahrscheinlich sind als in unmittelbarer Nähe zu Wohnsiedlungen. Andererseits zieht die gute logistische Anbindung offensichtlich auch kriminelle Elemente an, die die Infrastruktur für ihre illegalen Aktivitäten nutzen.
Sowohl der Solarpark-Betreiber als auch die Polizei halten sich mit detaillierten Angaben zu den genauen Diebstahlmethoden und geplanten Schutzmaßnahmen zurück. Aus sicherheitstechnischen und ermittlerischen Gründen wollen sie keine Informationen preisgeben, die potenzielle Nachahmer inspirieren könnten.
Zunehmendes Problem für die Energiewende
Die Häufung solcher Diebstähle im Landkreis Ludwigslust-Parchim zeigt ein wachsendes Problem auf. Organisierte Banden haben offensichtlich die lukrativen Möglichkeiten erkannt, die Solarparks bieten. Die Diebstähle gefährden nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Anlagen, sondern behindern auch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Es bleibt abzuwarten, welche Schutzmaßnahmen entwickelt werden, um dieser neuen Form der organisierten Kriminalität wirksam zu begegnen.



