Britische Hilfe: Mini-AKW in Tschechien nahe Bayern geplant
Mini-AKW in Tschechien: Briten helfen beim Bau

In Tschechien schreiten die Pläne für den Bau von kleinen Atomreaktoren voran. Vertreter des teilstaatlichen Energiekonzerns CEZ und der britischen Firma Rolls-Royce SMR unterzeichneten nun Verträge über die Vorbereitungen für Entwicklung und Bau der neuen Mini-AKW. Ein erstes Testprojekt soll am Standort Temelin entstehen, nur knapp 60 Kilometer von der Grenze zu Bayern entfernt.

Diskussion in Deutschland

Auch in Deutschland wird über die neue Technik diskutiert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte jüngst sein Bundesland für ein Pilotprojekt ins Spiel gebracht. In der Bundesregierung aus Union und SPD ist das Thema Atomkraft indes umstritten. Deutschland war Mitte April 2023 aus der Nutzung von Kernenergie ausgestiegen.

Weitreichende Pläne

Der britische Konzern Rolls-Royce verfügt über Erfahrungen mit dem Bau von Nuklearreaktoren und Antrieben für Atom-U-Boote. Der tschechische Partner CEZ möchte bis 2050 bis zu sechs Mini-AKW an den Standorten bisheriger Kohlekraftwerke errichten. Doch die Pläne gehen weiter: Gemeinsam mit den Briten wolle man den europäischen Markt erobern, sagte der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlicek nach einem Treffen mit dem britischen Wirtschaftsminister Peter Kyle in Prag.

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Hintergrund der Kooperation

Die Verträge zwischen CEZ und Rolls-Royce SMR umfassen die technische Planung, Genehmigungsverfahren und Standortvorbereitung. Ziel ist es, das erste Mini-AKW in Temelin bis Ende der 2030er Jahre in Betrieb zu nehmen. Die Technologie gilt als flexibler und kostengünstiger als herkömmliche Atomkraftwerke.

Reaktionen aus der Politik

Während die tschechische Regierung die Zusammenarbeit als wichtigen Schritt zur Energieunabhängigkeit lobt, äußern Umweltverbände Bedenken. Sie verweisen auf die ungelösten Fragen der Endlagerung und das Unfallrisiko. In Deutschland bleibt die Kernenergie ein kontroverses Thema: Die Unionsparteien fordern eine Prüfung der neuen Technologie, während die SPD und die Grünen am Atomausstieg festhalten.

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