One-Dyas plant neue Gasplattform nahe Borkum: Stellungnahmen möglich
One-Dyas plant neue Gasplattform nahe Borkum

Das niederländische Unternehmen One-Dyas treibt die umstrittene Gasförderung in der Nordsee nahe der deutschen Insel Borkum weiter voran. Wie das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) mitteilte, plant der Konzern gemeinsam mit Partnern den Bau einer sogenannten Satellitenplattform. Diese soll rund 40 Kilometer vor der niederländischen Küste entstehen und über eine etwa 14 Kilometer lange Pipeline an eine bereits bestehende Plattform angebunden werden.

Erdgas aus Teilfeldern N04-A und N04-C

Ziel des Projekts ist die Gewinnung von Erdgas aus den Teilfeldern N04-A und N04-C. Sowohl die Satellitenplattform als auch die Pipeline und die dafür notwendigen Bohrungen befinden sich vollständig auf niederländischem Territorium. Die Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt daher ausschließlich nach niederländischem Recht. Allerdings liegt die geplante Plattform nur 650 Meter von der deutschen Grenze entfernt, und die Teilfelder erstrecken sich bis in den deutschen Sektor der Nordsee. Daher sind grenzüberschreitende Auswirkungen nicht auszuschließen. Deutschland wird in die Umweltprüfung einbezogen. Stellungnahmen können bis zum 5. Juni eingereicht werden.

Weitere Bohrungen unter deutschem Gebiet

One-Dyas verfolgt zudem seit längerem Pläne, unter deutschem Staatsgebiet nahe Borkum nach Erdgas zu bohren. Das LBEG erteilte dem Unternehmen dafür im August 2024 eine Genehmigung. Eine Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen diese Genehmigung wurde vom Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg vor wenigen Tagen abgewiesen. Das OVG ließ keine Revision zu, jedoch kann innerhalb eines Monats nach dem Urteil Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt werden.

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Kritik von Umweltschützern und Anwohnern

Umweltschutzverbände sowie Bewohner der Insel Borkum und der niederländischen Küstenregion lehnen das Projekt entschieden ab. Sie befürchten erhebliche Umweltschäden für das benachbarte Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer und sehen die Klimaschutzziele gefährdet. Die Kritiker fordern eine umfassende Prüfung der ökologischen Folgen und appellieren an die Behörden, das Vorhaben zu stoppen.

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