Innovation Made in MV: Neue Pilotanlage speichert Wasserstoff sicher im Salz
Bei einem weltweit einzigartigen Verfahren ist erstmals die Speicherung von Wasserstoff in Salzen im industriellen Maßstab möglich. Langstreckentransporte stehen im Fokus.
Mit Vertretern aus der Politik und Wirtschaft wurde die neue Pilotanlage zur chemischen Speicherung von Wasserstoff offiziell in Betrieb genommen.
Mit einem Festakt und prominenten Gästen aus Politik und Wirtschaft hat die Akros Energy GmbH am Dienstag, 5. Mai, in Laage ihre Pilotanlage zur chemischen Speicherung von Wasserstoff offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage, die in nur wenigen Jahren konzipiert wurde, gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer wirtschaftlichen und sicheren Nutzung von Wasserstoff im industriellen Maßstab. Den symbolischen Startschuss gaben der Parlamentarische Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommerns, Patrick Dahlemann, gemeinsam mit Akros-Geschäftsführer Johannes Emigholz sowie Projektmitarbeiter Jonas Massa.
Wasserstoff wird nicht als Gas gespeichert
Die Technologie ermöglicht die Langzeitspeicherung sowie den Transport von Wasserstoff über große Distanzen mit hoher Effizienz, niedrigen Materialkosten und inhärenter Sicherheit – und schafft damit die Verbindung zwischen erneuerbaren Energien und einer zuverlässigen, kostengünstigen industriellen Wasserstoffversorgung. Im Mittelpunkt steht ein neuartiges Verfahren, bei dem Wasserstoff nicht als Gas gespeichert wird, sondern chemisch gebunden in einem Salz. Dabei wird Wasserstoff zusammen mit Kaliumbikarbonat – einem Stoff, der auch als Bestandteil von Backpulver bekannt ist – in Kaliumformiat umgewandelt. Auf diese Weise lässt sich Wasserstoff sicher lagern und über große Distanzen transportieren, ohne auf energieintensive Verflüssigung oder aufwendige Hochdrucktechnik angewiesen zu sein.
Pilotanlage ist in einem 40-Fuß-Container untergebracht
„Ich freue mich sehr, dass es diesen Forschungserfolg gibt“, sagt Patrick Dahlemann und spricht auch von einem Spitzenstandort in MV für grüne Energie. Nach Angaben des Unternehmens bietet das Verfahren mehrere Vorteile gegenüber bisherigen Lösungen: Es kommt ohne gefährliche Stoffe aus, benötigt vergleichsweise wenig Energie und gilt als kosteneffizient. Damit könnte es ein zentrales Problem der Wasserstoffwirtschaft lösen – die bislang fehlende wirtschaftliche Infrastruktur für Speicherung und Transport. Die Pilotanlage ist in einem 40-Fuß-Container untergebracht und dient der industriellen Validierung der Technologie. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit im größeren Maßstab nachzuweisen und die Grundlage für eine spätere Markteinführung zu schaffen. „Wir wollen diese Technologie in die breite Masse bekommen“, sagt Jonas Massa.
Das Projekt ist Teil des Forschungs- und Entwicklungsverbunds „FormaPort“ und wird mit Mitteln der Europäischen Union sowie des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefördert. Zu den Projektpartnern zählen unter anderem das Leibniz-Institut für Katalyse, die Hochschule Wismar und weitere Forschungseinrichtungen. Die AKROS Energy GmbH ist eine Tochtergesellschaft der H2APEX Group und ging 2024 aus deren Forschungs- und Entwicklungsbereich hervor. Seitdem wurden mehrere Patente im Bereich der chemischen Wasserstoffspeicherung angemeldet, teilweise in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern.
Mit der neuen Anlage verbindet das Unternehmen die Hoffnung, einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau einer funktionierenden Wasserstoffwirtschaft zu leisten – und damit die Nutzung erneuerbarer Energien auch in Industrie und Transport nachhaltig voranzubringen.



