Rosneft Deutschland sucht nach Alternativen für kasachisches Öl
Die Raffinerie PCK in Schwedt im Nordosten Brandenburgs könnte erneut mit Lieferengpässen konfrontiert werden. Rosneft Deutschland, die unter Treuhand stehende deutsche Tochter des russischen Staatskonzerns Rosneft, prüft derzeit mögliche Transportprobleme für Öl aus Kasachstan. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat das Unternehmen eine Benachrichtigung von seinen kasachischen Partnern erhalten, die auf Schwierigkeiten beim Transport über die Druschba-Pipeline ab Mai hinweist.
Ersatzlieferungen sollen Produktion sichern
Ein Sprecher von Rosneft Deutschland, Burkhard Woelki, erklärte gegenüber der dpa: „Wir müssen prüfen, wie wir gegebenenfalls Ersatzlieferungen sicherstellen können, damit die PCK weiterhin voll produzieren kann.“ Er betonte jedoch, dass es sich nicht um eine unlösbare Situation handle. „Wir sind dabei, die Auswirkungen genau zu prüfen“, so Woelki weiter. Die Raffinerie, die weite Teile Nordostdeutschlands und Berlin mit Sprit, Heizöl und Kerosin versorgt, ist auf eine konstante Ölzufuhr angewiesen.
Kasachisches Öl als wichtiger Faktor
Seit 2023 bezieht die PCK-Raffinerie kein russisches Öl mehr, nachdem die frühere Bundesregierung aufgrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine entschieden hatte, auf russisches Pipeline-Öl zu verzichten. Stattdessen erhält die Anlage Öl aus Kasachstan über die Druschba-Pipeline, die durch Russland verläuft. Dieses kasachische Öl ist entscheidend, um die Auslastung der Raffinerie hochzuhalten. Zusätzlich kommt Rohöl über eine Pipeline von Rostock nach Schwedt.
Im vergangenen Herbst wurde angekündigt, dass die Raffinerie PCK ab 2026 mehr Öl aus Kasachstan beziehen kann – mindestens 130.000 Tonnen pro Monat, gegenüber zuvor etwa 100.000 bis 120.000 Tonnen. Diese Steigerung unterstreicht die Bedeutung kasachischen Öls für den Betrieb der Anlage.
Reaktionen und Hintergründe
Der Kreml hat sich zu den kolportierten Transportproblemen nicht geäußert. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte auf Anfrage von Journalisten, er wisse nichts davon und verwies die Presse an die betroffenen Konzerne. Die PCK-Raffinerie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft, steht jedoch aufgrund des Ukraine-Kriegs unter Treuhandverwaltung und damit unter der Kontrolle des Bundes.
Die Suche nach Alternativen für kasachisches Öl zeigt, wie fragil die Lieferketten für die Energieversorgung in Deutschland bleiben. Rosneft Deutschland arbeitet intensiv daran, mögliche Engpässe zu vermeiden und die kontinuierliche Produktion in Schwedt zu gewährleisten. Die Entwicklung wird in den kommenden Wochen genau beobachtet, da sie Auswirkungen auf die regionale Versorgung mit Kraftstoffen haben könnte.



