Rostock treibt EEW-Erweiterung im Hafen voran: Bürgerschaft gibt grünes Licht
Die Rostocker Bürgerschaft hat in einer interfraktionellen Entscheidung grünes Licht für die weitere Planung einer Produktionserweiterung des Monopile-Herstellers EEW SPC im Überseehafen gegeben. Das Unternehmen, das riesige Gründungspfähle für Offshore-Windturbinen fertigt, benötigt für die Herstellung der immer größer werdenden Monopiles zusätzliche Flächen. Die geplante Erweiterung umfasst bis zu 40 Hektar und soll bis 2028 realisiert werden.
Kritik an möglicher Rodung des Swienskuhlen-Waldes
Für die Firmenerweiterung kommt auch ein Teil des mehrere hundert Jahre alten Naturwaldes Swienskuhlen in Betracht, der in der Nähe des Unternehmensgeländes liegt. Von den betroffenen Waldflächen müssten etwa 14 Hektar hochwertiger Mischwald gerodet oder umgewandelt werden. Das Land Mecklenburg-Vorpommern ist Eigentümer dieser Waldfläche.
Die Umweltschutzorganisation Bund äußerte deutliche Kritik an diesen Plänen. „Wir sind fassungslos darüber, dass unsere Entscheidungsträger in der heutigen Zeit die Teilrodung eines uralten Waldes vorantreiben“, hieß es in einer Mitteilung. Der Waldstandort existiere seit der letzten Eiszeit und sei so arten- und strukturreich, dass er an anderer Stelle nicht mal in Jahrhunderten ersetzt werden könnte.
Trend zu größeren Monopiles macht Erweiterung notwendig
Im Grundsatz waren sich alle Bürgerschaftsabgeordneten einig, die Erweiterung zu ermöglichen. Der Nachfragetrend bei den Monopiles gehe hin zu deutlich größeren Elementen mit bis zu 15 Metern Durchmesser, die im vorhandenen EEW-Werk nicht produziert werden könnten. Dies wurde in dem gemeinsamen Antrag von Linke, CDU, SPD und FDP/Unabhängige zur Begründung angeführt.
Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) betonte, dass das Votum als grundsätzliches Signal an die Stadtverwaltung zu verstehen sei, die Planungen in dem „sehr komplexen Verfahren“ fortzusetzen. Eine Standorterweiterung sei unvermeidlich, da ansonsten ein Weggang des Unternehmens mit drastischen Folgen für Beschäftigung und Gewerbesteuereinnahmen drohe.
Abgelehnter Alternativvorschlag der Grünen
Ein Antrag der Grünen, die einen Alternativvorschlag für eine Fläche im Überseehafen explizit in den Prüfauftrag aufnehmen wollten, wurde von der Bürgerschaft abgelehnt. Die interfraktionelle Mehrheit bestand darauf, dass die geplante Erweiterung auf den bereits identifizierten Flächen, einschließlich des Swienskuhlen-Waldes, vorangetrieben werden soll.
Die Stadt Rostock will dem Unternehmen EEW bei der geplanten Produktionserweiterung helfen und erhält dabei Rückenwind von der Bürgerschaft. Die weiteren Schritte umfassen nun die detaillierte Flächenprüfung und die Vorbereitung der erforderlichen Teilaufhebung des geschützten Landschaftsbestandteils.



