Das historische Forsthaus Valepp, idyllisch zwischen Tegernsee und Spitzingsee gelegen, erwacht aus dem Winterschlaf. Am 1. Mai 2026 beginnt die neue Saison, und Gastronom Johannes Rabl sowie Fußballstar Manuel Neuer laden traditionell zum Maibaumaufstellen ein. Die AZ erhielt exklusiv einen ersten Blick auf die neue Speisekarte und erfährt, welche Neuerungen auf die Gäste warten.
Maibaumaufstellen am 1. Mai
Das Maibaumaufstellen ist ein fester Bestandteil des Saisonstarts. Rabl zeigt sich optimistisch: „Der Herrgott schenkt uns am Freitag ein bombastisches Wetter, einem gemütlichen Maibaumaufstellen steht nichts im Weg.“ In diesem Jahr ist er besonders wachsam, denn im Vorjahr wurde der Baum gestohlen. „Der Baum liegt an einem sicheren Ort. Wo, verrate ich nicht“, sagt Rabl. Zudem hat er den Burschenverein Rottach-Egern für die Unterstützung gewonnen.
Fokus auf Radlfahrer
Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales Thema. Rabl schärft das Profil des Forsthauses: „Wir fokussieren uns noch mehr auf die Radlfahrer.“ Neue Hinweisschilder vom Tegernsee aus, E-Bike-Verleih, eine erweiterte Werkstatt und Lademöglichkeiten für Akkus sollen die Attraktivität steigern. Zudem verkehrt ab 1. Mai ein Bus von der Spitzingsee-Seite an Wochenenden und Feiertagen stündlich von 10 bis 17 Uhr. Von der Tegernseer Seite gibt es leider kein Angebot.
Die neue Speisekarte
Die Karte wurde überarbeitet und bietet nun verstärkt Wildgerichte. Rabl betont: „Wir setzen noch mehr auf Wildprodukte, um die Geschichte des Forsthauses als ehemaliges Jagdhaus des bayerischen Königs aufzugreifen.“ Neu ist der „Radlfahrer-Kuchen“ (glutenfrei, Bananen-Nüsse, 4,90 Euro) sowie Spezialitäten von Hirsch, Reh und Gams. „In Zeiten von Preissteigerungen brauche ich kein Rindfleisch aus Uruguay. Ich nehme lieber, was bei uns im Wald lebt“, so Rabl.
Auswahl aus der Karte
Selbstbedienungs-Biergarten:
- Vegetarischer Bio-Nudelsalat (Gäuboden-Spargel, getrocknete Tomaten, Brezncroutons) – 15,50 Euro
- Valepper Hirsch-Leberkäs (Kartoffel-Radieserlsalat, Preiselbeer-Pfefferchutney) – 16,50 Euro
- Wilder Hot Dog von der Gams (Gams-Kabanossi im Laugen-Brioche, Coleslaw, Steakhouse Pommes) – 16,50 Euro
- Geschnetzeltes vom Reh (Servietten-Breznknödel, Blaukraut, Wildpreiselbeeren) – 26,50 Euro
- Dreierlei hausgemachter Aufstrich (Obazda, Bärlauchfrischkäse, getrockneter Tomatenaufstrich) – 10,50 Euro
Bedienbereich:
- Valepper Hirsch-Leberkäs (Kartoffel-Radieserlsalat, Spiegelei, Preiselbeerchutney) – 17,50 Euro
- Wuidara Burger (Hirschpatty im Brezn-Bun, Coleslaw, Steakhouse Pommes) – 19,50 Euro
- Hirschschnitzel in der Brezn-Panade (Kartoffel-Radieserlsalat, Wildpreiselbeeren) – 28,50 Euro
- Bio-Nudeln aus der Leitzachmühle (Hirsch-Bolognese) – 17,50 Euro
- Tatar vom Almochsen (Spiegelei, Bergkräuter, geröstetes Sauerteigbrot) – 19,50 Euro
Bewährte Klassiker wie karamellisierter Kaiserschmarrn (17,50 Euro, SB 16,50 Euro) und Hirsch-Currywurst (16,50 Euro) bleiben erhalten. Vegetarier können Kartoffelnockerl (22,50 Euro) mit Gäuboden-Spargel bestellen.
Getränke und Preise
Ein Espresso kostet 3,90 Euro, ein Aperol Spritz 9,50 Euro. Ein Helles vom Fass (0,5 Liter) gibt es für 4,90 Euro, die Maß für 9,80 Euro. Die selbst hergestellten Schnäpse (Williams, Obstler, Enzian, Mirabelle) wurden um 40 Cent auf 5,50 Euro erhöht – sie reiften 1,5 Jahre in Kastanienholzfässern im Keller.
Manuel Neuer beim Saisonstart?
Rabl rechnet nicht mit Neuers Anwesenheit: „Wir sind zusammengesessen. Ich gehe davon aus, dass es nicht klappt.“ Champions-League- und Bundesliga-Spiele stehen an. „Voller Fokus auf den Fußball – da haben wir alle mehr davon, wenn er im Tor gut hält.“ Neuer kennt die Karte und mag besonders den glutenfreien Kaiserschmarrn. „Wenn ich ihm den serviere, bleibt er nicht übrig“, verrät Rabl.
Keine Event-Location
Das Forsthaus ist sieben Tage die Woche geöffnet, doch Rabl betont: „Wir wollen bewusst nicht jeden Tag eine Veranstaltung machen. Wir sind für Radlfahrer, Wanderer und Einheimische da.“ Große geschlossene Gesellschaften bleiben die Ausnahme. Auf eine kritische Online-Rezession reagierte Rabl mit zusätzlichen Biergarten-Tischen auf der Rückseite, damit auch bei geschlossenen Gesellschaften normale Gäste Erfrischungen erhalten.
Das Forsthaus Valepp feiert 2026 sein 185-jähriges Bestehen – erbaut 1841. „Groß planen wir fürs 200-Jährige“, sagt Rabl, der einen Erbbaurechtsvertrag für 99 Jahre hat.



