Wirtschaftsweise Schnitzer warnt: Neues Heizungsgesetz ist eine Kostenfalle für Hausbesitzer
Schnitzer kritisiert Heizungsgesetz als Kostenfalle

Wirtschaftsweise warnt vor Kostenfalle durch neues Heizungsgesetz

Die Pläne der Bundesregierung zur Reform des Heizungsgesetzes stoßen auf massive Kritik von führenden Wirtschaftsexperten. Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, äußert sich in einem aktuellen Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe äußerst skeptisch zu den vorgeschlagenen Änderungen.

Neue Unsicherheiten für Hausbesitzer

Laut Schnitzer führen die geplanten Lockerungen bei den Vorgaben für Heizungstausch in die völlig falsche Richtung. Die Öffnung für Gas- und Ölheizungen schaffe »neue Unsicherheiten« für Millionen von Hauseigentümern in Deutschland. Besonders problematisch sei dabei, dass überhaupt nicht absehbar sei, ob klimafreundliche Brennstoffe wie Biomethan oder synthetische Treibstoffe künftig zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sein werden.

Die Wirtschaftsweise betont, dass der europäische Emissionshandel fossiles Heizen in den kommenden Jahren deutlich verteuern werde. Dadurch könnten sich Gas- und Ölheizungen »in der längeren Frist als Kostenfalle erweisen«. Hausbesitzer, die an ihrer alten Haustechnik festhalten, würden damit das Nachsehen haben.

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Bürokratieabbau statt Lockerungen gefordert

Schnitzer schlägt einen alternativen Weg vor: »Die Unsicherheit könne man abbauen, indem man den Umstieg auf die klimafreundlichen Technologien verlässlich günstiger macht«. Konkret fordert sie einen umfassenden Abbau bürokratischer Hürden, auch bei der Förderung von umweltfreundlichen Heizsystemen.

Dieser Ansatz würde nach ihrer Überzeugung mehrere positive Effekte haben:

  • Heizungsbauer und die Heizungsindustrie könnten ihre Stückzahlen hochfahren
  • Durch Skaleneffekte würden die Preise für klimafreundliche Technologien endlich sinken
  • Hausbesitzer erhielten Planungssicherheit für notwendige Investitionen

Politische Hintergründe der Reform

Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Fraktionen der Regierungskoalition sich erst kürzlich auf eine deutliche Lockerung der bisherigen Vorgaben geeinigt hatten. Die bisherige Regelung eines Mindestanteils von 65 Prozent erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung soll entfallen.

Als Ausgleich für den Klimaschutz ist eine sogenannte Grüngasquote vorgesehen. Diese verpflichtet Betreiber von Öl- und Gasheizungen, ihre Anlagen zu steigenden Anteilen mit klimafreundlichen Brennstoffen zu betreiben. Ob diese Maßnahme ausreicht, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, bezweifelt Schnitzer jedoch deutlich.

Die Wirtschaftsweise warnt eindringlich davor, kurzfristige politische Kompromisse auf Kosten langfristiger wirtschaftlicher Vernunft zu schließen. Ihre Kritik unterstreicht die tiefgreifenden Probleme, die mit der Umsetzung der Energiewende im Wärmesektor verbunden sind.

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