Schwerin (dpa/mv) – Die Sonnenblumenfelder in Mecklenburg-Vorpommern leuchten in diesem Jahr besonders intensiv: Die Anbaufläche hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Laut Landwirtschaftsministerium werden aktuell 7.033 Hektar mit der Kulturpflanze bewirtschaftet, während es 2025 lediglich 2.770 Hektar waren. Bereits 2024 lag die gemeldete Fläche bei 2.690 Hektar, wie die Behörde mitteilte.
Minister Backhaus lobt vielfältige Vorteile
Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) bewertete die Entwicklung als äußerst positiv. „Sonnenblumen bereichern unsere Fruchtfolgen, bieten zahlreichen Insekten Nahrung und eröffnen zugleich wirtschaftliche Perspektiven für unsere Betriebe“, erklärte er. Die Pflanze, aus deren Samen wertvolles Öl gewonnen wird, trage zudem dazu bei, den Ackerbau widerstandsfähiger zu machen und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.
Regionale Verarbeitung und Förderung
Ein Teil der Ernte wird in regionalen Ölmühlen und Manufakturen verarbeitet, etwa zu kaltgepresstem Speiseöl, Mus oder Futtermitteln. Größere Mengen gehen laut Ministerium auch in andere Bundesländer. Der Anbau wird im Rahmen des Förderprogramms für vielfältige Fruchtfolgen unterstützt. Wegen geeigneter Standortbedingungen gewinnt die Sonnenblume in MV zunehmend an Bedeutung.
Raps bleibt dominierend
Die Landwirte im Nordosten bewirtschaften insgesamt rund 1,07 Millionen Hektar Ackerland. Davon sind etwa 18 Prozent – rund 193.000 Hektar – mit Raps bestellt, wie der Landesbauernverband mitteilte. Damit bleibt Raps die wichtigste Ölfrucht, doch Sonnenblumen holen auf.
Ukraine-Krieg als Auslöser
Bundesweit hatte sich die Sonnenblumen-Anbaufläche nach früheren Angaben des Statistischen Bundesamts im Zuge des Ukraine-Kriegs mehr als verdoppelt. Die Ukraine zählt zu den wichtigsten Sonnenblumenöl-Produzenten weltweit. Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde die Fläche daraufhin ausgeweitet, um unabhängiger von Importen zu werden.



