S25: Bahnsteige werden 2029 verlängert – Problem bleibt
S25: Bahnsteige werden 2029 verlängert

Die Deutsche Bahn verlängert im März und April 2029 die Bahnsteige an vier S-Bahnhöfen in Berlin-Reinickendorf: Tegel, Eichborndamm, Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KaBoN) und Alt-Reinickendorf. Das bestätigte der Reinickendorfer Bezirksverordnete Felix Schönebeck (CDU) im Gespräch mit der Berliner Morgenpost. Damit können künftig auf diesen Bahnhöfen erstmals auch sogenannte Vollzüge halten – Züge mit acht Wagen, rund 150 Metern Länge und bis zu 376 Sitzplätzen je nach Baureihe. Bislang sind die Bahnsteige für solche Züge zu kurz, was zu Stoßzeiten zu beengten Verhältnissen führt.

Hintergrund: Eingleisige Strecke und 20-Minuten-Takt

Die vier Stationen sind Teil der S25, die im Norden Berlins nur eingleisig befahren wird. Das bedeutet: Auf jedem Bahnhof wird nur eine Seite genutzt, und zwar in beide Richtungen. Die andere Seite ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verwildert und prägt das Bild der Bahnhöfe. Die S25 fährt dort im 20-Minuten-Takt, was bei Wind und Wetter für viele Fahrgäste eine Zumutung ist, so Schönebeck. Er wohnt seit jeher nahe der Strecke und kritisiert die langen Wartezeiten.

Baumaßnahmen in acht Wochen gebündelt

Laut Schönebeck will die Bahn alle Maßnahmen in einem Zeitraum von acht Wochen durchführen, um die Einschränkungen für Fahrgäste gering zu halten. In dieser Zeit entsteht auch ein neuer Eingang am S-Bahnhof Eichborndamm. Das Projekt wird vom Berliner Senat bis zum Abschluss finanziert. Die verlängerten Bahnsteige sollen es ermöglichen, dass die Vollzüge zum Fahrplanwechsel 2029 eingesetzt werden können. Eine offizielle Bestätigung der Bahn auf eine Anfrage der Morgenpost lag bis zum Redaktionsschluss nicht vor.

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Zweiter Zugang am KaBoN-Bahnhof geplant

Zusätzlich ist ein zweiter Zugang zum S-Bahnhof Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik geplant. Er soll direkt an der Ollenhauerstraße entstehen, wo sich der Eingang zur gleichnamigen U-Bahn-Station der Linie 8 befindet. Bisher müssen Fahrgäste beim Umsteigen einen 250 Meter langen Umweg zwischen den beiden Bahnhöfen in Kauf nehmen. Der Ausbau ist auch im Hinblick auf den geplanten Neubau von 600 Wohnungen auf dem benachbarten KaBoN-Gelände sinnvoll. Einen konkreten Zeitplan für den Bau des neuen Eingangs gibt es jedoch noch nicht.

Schönebeck fordert zweigleisigen Ausbau und 10-Minuten-Takt

Die S25 ist für Schönebeck ein Herzensthema, weshalb er eines seiner Wahlplakate direkt vor dem Nervenklinik-Bahnhof platziert hat. „Es ist eine gute Nachricht, dass die Planung für längere Bahnsteige und mehr Platz in den S25-Zügen auf der Zielgeraden ist“, sagt der Bezirkspolitiker. Zugleich fordert er: „Der zweigleisige Ausbau der S25 in Reinickendorf und der 10-Minuten-Takt müssen das oberste Ziel bleiben. Erst mit zwei Gleisen und Vollzügen im Zehn-Minuten-Takt ist Reinickendorf gut angebunden.“

Historische Entwicklung der Strecke

Der nördliche Abschnitt der S25 wurde 1893 als „Kremmener Bahn“ zwischen Schönholz und Kremmen eröffnet. In den 1920er-Jahren baute die Bahn die Strecke zweigleisig aus, 1927 folgte die Elektrifizierung. Nach dem Krieg verlor die Strecke ihr zweites Gleis als Reparationsleistung an die Sowjetunion. Später wurde im geteilten Berlin der Betrieb ganz eingestellt. Erst 1995 nahm die Bahn den Betrieb wieder auf, allerdings nur eingleisig und im 20-Minuten-Takt. Schönebeck erinnert sich: „Damals wurde ich eingeschult und man hat den 10-Minuten-Takt versprochen, jetzt bin ich fast 37 Jahre alt und noch immer ist nichts passiert.“

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